Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

signieren, verb.

signieren, verb.,
das lat. signare.
1)
transitiv bezeichnen, anzeigen, so frühmd. in der form signeren: und were uch in den minnisten icht brostes, daʒ signeret mir. quelle von 1418 bei Lexer mhd. handwb. 2, 919, auch frühnhd., bei allegorischer auslegung von erzählungen:
könig David gott vatter signiert (bezeichnet in der erzählung
gott den vater).
H. Sachs 15, 197, 31 Keller-Götze;
und dergleich das arabisch gold
den rechten glauben uns signirt.
212, 1.
von Campe ergänzungswb. noch in diesem sinne angeführt, aber heute veraltet. als kanzleiwort eine schrift mit seinem namenszuge, seiner chiffre, den anfangsbuchstaben seines namens oder einem andern willkürlichen zeichen unterzeichnen. Adelung: auf der polizey, wo ich den pasz signieren lassen muszte, war man eben so artig und höflich als an dem gränzflusse. Seume 2 (1826), 140;
so geschehn den dritten jenner
dreizehnhundert zwanzig sechs
vor Christi geburt. — signieret
von uns: Rhampsenitus rex.
Heine 1, 331 Elster.
auch sonst etwas mit einer signatur versehen: der beamte signiert ein buch für die bibliothek, einen bestellzettel, schreibt die signatur darauf.
2)
absolut, ein zeichen geben, veraltet, in besonderer gezierter anwendung:
ûf rûhen esten helt sich manges vogels clâ:
von dem geschrei berc unde tal signieren.
Kolmarer meisterl. 3, 14.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 966, Z. 4.

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Zitationshilfe
„signieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/signieren>, abgerufen am 18.10.2021.

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