Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silbenfall, m.

silbenfall, m.
tonfall einzelner silben, rhythmus. Campe: dem poeten, welchem tact, parallel-stellung, sylbenfall, reim die gröszten hindernisse in den weg zu legen scheinen, gereicht alles zum entschiedensten vortheil, wenn er die räthselknoten glücklich löst, die ihm aufgegeben sind, oder die er sich selbst aufgibt. Göthe 6, 115; wenn man aber die alten gedichte wieder durchliest, um ihnen, behufs eines erneuerten abdrucks, einige nachfeile zu erteilen, dann überschleicht einen unversehens die klingelnde gewohnheit des reims und silbenfalls. Heine 1, 10 Elster; dann las er mit einigem gefühl, nicht ohne berücksichtigung von silbenfall und reim (verse). Anzengruber 3 (1897), 33;
so läszt ein gothisches gesetz
zum silbenfalle reime lauten.
Unger bei Campe;
die verse sind nicht schlecht. der silbenfall ist leicht.
Körner grüner dom. 3;
ja, darf ich bei liebchen weilen:
fühl ich froh der stunden schwall
wohl melodischer enteilen,
als der schönste sylbenfall.
Eichendorff 1 (1864), 478.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 970, Z. 66.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
siegeswind simeonskraut
Zitationshilfe
„silbenfall“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silbenfall>, abgerufen am 24.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)