Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silbererz, n.

silbererz, n.
silberhaltiges erz, besonders wenn es silber als einen hauptbestandtheil enthält. Karmarsch-Heeren³ 8, 239, schon bei Eike von Repgow zeitb. 315ᵃ bezeugt als sillevererze (s. unten), im 14. jahrh. als silberärz. urk. z. gesch. Cur-Rätiens u. d. republik Graubünden 2, 424, silberertz Hoffmann fundgr. 1, 390 (s. unten), später als silberärczt. copeybuch d. gemainen stat Wienn 194, silberarzt Aventin 1, 39, 17 Lexer. silberertz Mathesius Sar. 63ᵃ. Ercker 17ᵃ (s. unten). Comenius sprachenth. (1657) register, argento crudo, minerale. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 811ᵃ, argentum rude Steinbach 1, 354, silbererz Stieler 359, terra et lapides in fodinis e quibus argentum colligitur. Frisch 2, 277ᵇ. Adelung: he (Otto I.) vant ôc aller êrest dat sillevererze in deme lande tô Sassen. Eike von Repgow zeitb. 315ᵃ; wir Ludwig von gottes genaden, markgrave ze Brandenburg und ze Lusitze, .. grav ze Tirol und ze Görtz [[undefined:etc]]. bechennen offenlich mit disem brief, das wir dem beschaiden man, Ulrich dem Planten, und sinen erben verliehen haben, all goldärz, silberärz oder eysenärz, in unserm gebiete von Pont Martin untz an Pontald. Mohr urk. z. gesch. Cur-Rätiens u. d. republik Graubünden 424 (von 1356); wann das lant ander gold und silber ärczt nicht hat. copeybuch der gemainen stat Wienn (1454—64) 194. Zeibig (v. 1460); (der Inn) fleust für Hall, Schwatz, Rattenberg da dan silberarzt ist, und Kuphstain. Aventin 1, 39, 17 Lexer; in unsern gengen und fletzen aber, bricht zweyerley silberertz, das eine ist gar sichtig, derb, gedigen oder lauter silber. das ander bricht inn allerley bergkart. Mathesius 63ᵃ; es ist auch ein solches wasser, am Schwartzwald, nicht weit von Totnaw da man gut silberertz gräbt. Thurneysser von wassern (1612) 244; silbererze schmelzen, das silber daraus zu gewinnen. Jacobsson 7, 354ᵇ;
im Erzgebürge dürft ihr auch nicht suchen,
wenn ihr wein finden wollt.
das bringt nur silbererz und koboltkuchen
und etwas lausegold.
Claudius 3, 183.
reiche, arme silbererze, in bezug auf den gehalt an silber: was gar reiche silber ertz seyn, die können auch mit dem flusz (von salpeter und weinstein gemacht ...) vermengt, in einen tiegel gethan, und mit saltz bedeckt, für dem gebläsz, gleich einem kupferertz angesotten werden. Ercker beschr. d. erz- u. bergwerkarten (1580) 17ᵃ; die armen unreinen silber ertze, die in einem gestein oder gebirg eingesprengt stehen, unnd sich gleichwol im wasser darvon scheiden lassen, die probir also. 17ᵇ. weiszes silbererz, ein reiches silbererz von spatigem, weiszglänzendem aussehen und von besonderer schwere. Jacobsson 4, 169ᵇ. antimonialisches silbererz, das neben dem silber antimon enthält. ebenda (dasselbe meint wol die glosse: silberertz, antimonium Hoffmann fundgr. 1, 390ᵇ. 14. jahrh.). künstliches silbererz, durch schmelzung von silber mit schwefel hergestellt. Jacobsson 7, 354ᵇ. im vergleich:
der da sasz (gott),
war anzuschau'n wie glühend silbererz,
ein feueranblick drinnen und umher.
Herder z. rel. u. theol. 1, 175 (nach Hesek. 1, 27).
dazu silbererzgrube, f.: silberertzgrube, dasselbe wie silberbergwerk. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 811ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 995, Z. 37.

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Zitationshilfe
„silbererz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silbererz>, abgerufen am 16.10.2021.

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