Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silberfaden, m.

silberfaden, m.
aus silber bestehender oder mit silber (silberlahn, s. dies) übersponnener faden. Adelung, argentum ductum. Stieler 525, collectivisch:
(der könig) liesz auf allen fall sich an des herzens platz
auf seinen neuen purpurlatz
ein supplement von silberfaden sticken.
Pfeffel poet. vers. 3 (1803), 114.
übertragen auf weisze haare: so fadenscheinig sein ergrauter und umfangreicher schädel war, reichten doch die langgezogenen silberfäden hin, ... auf der mitte der stirne eine fest in sich zusammengerollte seeschnecke zu bilden. Keller 7 (1899), 217. auf einen spinnenfaden: es könnte auffallen, wie er bei alledem in diesem augenblicke der aufregung seines innern den spinnenfaden nicht übersah, den die grüszende heimat her gegen seinen rockkragen wehte, ... und mit der eigensinnigsten ausdauer erst die letzten kleinen reste des silberfadens entfernte, ehe er sich mit ganzer seele seinem heimatsgefühle überliesz. Ludwig 1 (1891), 148. auf die strahlen des mondes, des abendsterns: darum gefällst du mir so, du lieber mond und abendstern; denn du umspinnst mit deinen silberfäden auch ihre (der geliebten seele) schatten und ihre maiblumen. J. Paul Hesp. 3, 121. auf den lauf eines flusses:
schöner Rhein, da blinkst du ja;
ziehst den silberfaden,
hell und leuchtend wie vordem,
zwischen den gestaden.
Freiligrath 2 (1886), 314.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 996, Z. 17.

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Zitationshilfe
„silberfaden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silberfaden>, abgerufen am 06.12.2021.

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