Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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silberfarb, adj.

silberfarb, adj.
die farbe des silbers habend, mhd. silbervar (flectiert -varwe, daher das b) Lexer mhd. hdwb. 2, 924, daneben silbergevar 922, in nhd. form verzeichnet bei Kramer deutschital. dict. 2 (1702), 811ᵃ, auch später noch vereinzelt gebraucht, so von Schiller (s. unten), heute kaum anders als unflectiert angewendet, zurückgedrängt durch silberfarben, silberfarbig. vgl. rosenfarb oben theil 8, 1192. mhd. gern von glänzenden waffen gebraucht: aber ich hân gesehen, daʒ ain rœrl dar auʒ (aus dem speichel des kukuks) wart silbervar gewunden umb ain ästel an einem paum, dâ er die spaicheln lie. Megenberg 179, 6; andromanda, oder androdragma sam die andern sprechent, ist ain stain, der ist silbervar. 436, 4; silberfarbe seiden, seta argentina. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 811ᵃ;
daʒ vierde (vaʒ) was silbervar.
pass. 44, 64 Köpke;
man fuort dâ mit mir drîʒic sper;
diu wâren elliu silbervâr.
Ulrich v. Lichtenstein 258, 13;
ir brunjen wâren silbervar.
livl. reimchr. 4753;
iwers helmes varwe ist niht enein,
diu ist von vier stücken gar:
lâsurblâ und silbervar,
daʒ ein teil swarz alsam ein kol,
daʒ stêt gên der blenke wol;
daʒ vierde rôt alsam ein bluot
von rôtem golde harte guot.
Biterolf 2804;
ein brünne diu was alt   und wîter ringe gar.
die (andern) zwô wâren lieht   unde ouch silbervar.
Wolfdietrich B 446, 2;
des wart sîn halsperc silbervar
von sînen slegen vleckic gar:
von bluote begunde er vêhen.
Eckenliet 120, 4;
der alt' die gürtel rukt(e),
daʒ der slüʒʒel sich verzuk(te)
mit der keten ûf daʒ bein;
ze hant er dem sun erschein,
wan er was lieht silber var.
gesammtabenteuer 2, 440, 911 Hagen;
ein schneeweisser tauber
mit schimretem gefieder sauber,
in silberfarbem glantz gezieret.
H. Sachs 2 (1570), 4, 46ᶜ;
aus ihren fenstern sieht mit silberfarbem grau
die königinn den horizont sich mahlen.
Schiller 6, 414.
adverbial:
wie silberfarb flittern
die wiesen (im morgenlicht), wie zittern
tausend sonnen im perlenden thau!
1, 304.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 996, Z. 60.

silberfarbe, f.

silberfarbe, f.
color argenteus Stieler 433, veraltet silberfarb, color argenteus. Maaler 374ᵃ, argenti Frisch 2, 277ᵇ. das wort bezeichnet sowol die farbe des silbers Adelung: ingleichen waren bey Eisenach im thiergarten auch von silber-farb etliche (hirsche) zu sehen. Döbel jägerpr. 1, 3ᵇ, als eine malerfarbe, die aus silber bereitet ist. Campe. Karmarsch - Heeren³ 8, 270, oder die silberähnlich aussieht. den bedeutungsübergang veranschaulicht die folgende stelle:
wiewol schon schier fünff duzet jahr
mein haar mit silberfarb bestrichen.
Weckherlin 566.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 997, Z. 23.

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Zitationshilfe
„silberfarb“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silberfarb>, abgerufen am 26.10.2021.

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