Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silbergeld, n.

silbergeld, n.
1)
aus silber geprägtes geld. Adelung. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 811ᵃ, silbergelt Stieler nachsch. 27ᵇ, ebenso mhd.: das klang nicht wie silbergeld! ... da greif ich ja das baare gelbe gottesgold. Schiller kab. 5, 5; die letzten gewohnheiten (erworbenes metall dem verkehr zu entziehen) bestehen noch heute bei regierungen, welche einen kriegsschatz aufsammeln, und bei landleuten, welche töpfe mit silbergeld vergraben. Freytag 17 (1897), 192;
platen, hosen, halsperc,
ir kost und al ir silbergelt,
was sie des brâhten ûf daʒ velt, ...
daʒ nâmen die helde vermeʒʒen.
herz. Ernst 869;
er nahm den plunder an (Mercur das kupfergeld Charons), und wandte seinen flug
nach Deutschlands grenzen hin, woselbst er einst bei nachte
den scheidemünzenwust in die gewölber trug,
und lauter silbergeld dafür dem Charon brachte.
Lichtwer (1828) 131.
als nähere bestimmung: zehen thaler silbergeld Adelung. im bilde, in bezug auf schlechte dichter: eure matadore wollen silbergeld gemünzt haben, wenn sie ihr brustbild auf elendes meszing prägten; — und zu Tobolsko werden die falschmünzer aufgehangen. Schiller 1, 202.
2)
im Casselschen verstand man unter dem silbergelde eine summe von 1000 fl., die die Juden daselbst jährlich entrichten muszten, statt des vorher in die münze gelieferten silbers. Adelung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1002, Z. 41.

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Zitationshilfe
„silbergeld“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silbergeld>, abgerufen am 24.10.2021.

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