Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silbergroschen, m.

silbergroschen, m.
aus silber geprägter groschen. Apin gloss. (1728) 497. Frisch 2, 277ᵇ. Adelung: kost mich drittenhalben silbergroschen. Alberus dict. (1540) B B 4ᵃ; Antonia. wie viel (wollt ihr mir auf die kette borgen)? Rabbi. fünff silbergroschen! A. Gryphius (1698) 1, 801; das grauröcklein bringt mir täglich einen silbergroschen um die abendzeit, weisz nicht von wannen. Musäus volksm. 2, 96 Hempel; wäre ich königlich preuszischer oberlandeskalkulator oder mitglied des geniecorps, so würde ich in gewohnter weise die ganze summe der englischen schuld in silbergroschen berechnen. Heine 3, 463 Elster. wert: 3 kreuzer geltend, gleichbedeutend mit kaisergroschen. quelle von 1610 bei Frisch 2, 277ᵇ. Jacobsson 7, 355ᵇ, so als in Böhmen, der alten heimat der groschen, übliche bezeichnung bei Adelung. in Sachsen galt der silbergroschen ehemals 3 meisznische groschen. Adelung, dann 3 1⁄2. Jacobsson 4, 173ᵃ. 20 silbergroschen gingen dort auf einen gulden (wie auch da, wo man nach alter art den gulden zu 60 kreuzern rechnete. vgl. Jacobsson 2, 379ᵇ): als der Schneeberg angegangen, hat dieser (Konrad Funck) zu Zwickau die silber-groschen 20. für 1. gulden gemüntzet. Meltzer historia Schneebergensis (1716) 390. alte silbergroschen, 21 auf den gulden magdeburgisch gerechnet. quelle bei Frisch 2, 277ᵇ. 30 silbergroschen gingen, da ein gulden 2⁄3 thaler galt, schon in älterer zeit auf den thaler. vgl. Jacobsson 2, 379ᵇ: as austriacus, trigesima imperialis pars. Apin gloss. (1728) 497. so auch beim preuszischen silbergroschen, der 12 pfennig galt (ein kreuzer gleich 4 pfennigen. vgl. Frisch 1, 177ᵇ). daher die redensart: ihm fehlen dreissig silbergroschen am thaler (Danzig). Wander 4, 563. das wort wird heute noch volksmäszig für die zehnpfennigstücke der neuen reichswährung gebraucht. in scherzhafter übertragung: he kann sîn fîf silbergroschen nich tohôp finnen, seine fünf sinne nicht zusammennehmen, sich nicht besinnen (Pommern). ebenda. auch als bezeichnung einer pflanze, der mondviole, lunaria, auch silberblume, silberblatt. Nemnich. das wort wird volksmäszig umgebildet zu silbermorjen, auch abgekürzt silber. Brendicke Berliner wortschatz zu den zeiten kaiser Wilhelms I. 182ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1009, Z. 39.

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Zitationshilfe
„silbergroschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silbergroschen>, abgerufen am 19.10.2021.

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