Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silberlocke, f.

silberlocke, f.
silberfarbene locke:
du selber pflanztest dir die mayenglocken,
von denen ich, mit träger hand,
dir einen kranz um deine silberlocken,
und um die bleiche schläfe wand.
Miller im Göttinger musenalm. von 1775 105;
es schwieg der greisz, die silberlocke
bestrahlt sein haupt wie eine glorie.
Schubart 2 (1787), 49;
wenn silberlokken ihm nicht mehr die schläf' umwallen,
ist G*** noch ein freund von dir.
Schiller 1, 292;
aus dem wasserspiegel mahnet
ihn des alters ernster bote (sein greises haar):
'du wirst bald die schuld bezahlen',
spricht des hauptes silberlocke.
Brentano 3, 9;
meinst du jenen bleichen greis
mit den heil'gen silberlocken?
Grillparzer 3 (1887), 132;
ein greis mit weiszen silberlocken,
ich nannte vater ihn, liebkoste mir.
174;
freier:
dann lernt ich unsern garten lieben, freute
der blüthen mich, der frucht, des goldnen laubes,
und ehrte gern des winters silberlocken.
Brentano 2, 286.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1024, Z. 5.

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Zitationshilfe
„silberlocke“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silberlocke>, abgerufen am 23.10.2021.

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