Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silberquell, m.

silberquell, m.
silberheller quell, fons argenteus. Stieler 1493, in älterer sprache auch n. (vgl. 1 des folgenden):
das wasser ward verkehrt, die unbefleckten brunnen,
ihr reines silberquell ist blutig fürgeronnen.
Opitz 3 (1690), 270;
es sahn, um jeden silberquell,
die blumen ihre wangen
in fluthen, welche spiegelhell
durch auen flossen, hangen.
Hölty 24, 21 Halm;
lieblich lächelt der mond! lieblich der abendstern!
freund, sie lächelten uns weiland am ufer der
Leine, uns in der laube,
uns im thale bei'm silberquell!
Stolberg 1, 41;
einer brachte ...
die volle flasche rein und hell
aus einem nahen silberquell.
Seume 5 (1826), 175;
sieh, dort strebt mit jünglingsmute,
wie kristalle rein und hell,
von der eignen kraft gehoben,
himmelwärts der silberquell.
Körner 1, 109 Fischer.
im vergleich:
o Selmar, lasz mich hangen,
wie die blühende rosenstaude
über dem silberquell;
so lasz mich hangen
über dem gedanken der wonne:
du bist mein.
Schubart 2 (1787), 21.
der silberquell der Musen, die kastalische quelle:
und dennoch hör' ich nicht (in gedanken) zu wandeln auf
da wo die Musen ihren silberquell,
den sonnenhügel und den schattenhain
besuchen.
Herder zur rel. u. theol. 1, 85;
rein bildlich:
du führtest uns zum silberquell der Musen,
du goszest das gefühl in unsre zarte busen.
Schiller 3, 176.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1035, Z. 70.

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Zitationshilfe
„silberquell“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silberquell>, abgerufen am 22.10.2021.

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