Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silberquelle, f.

silberquelle, f.
1)
silberhelle quelle. vgl. das vorige:
auf dem vorhof unsres herren
sind drei schöne silberquellen.
Herder 25, 579 Suphan;
und von seinem ganzen hofe
nahm er keinen als Rodrigo
hin zu einer silberquelle,
glänzend schöner als krystall.
28, 418 (Cid 12, 506);
ihre (eines landmädchens) fächer waren Zephyrs flügel,
und der morgenhain ihr putzgemach;
diese silberquellen ihre spiegel,
ihre schminke dieser bach.
Hölty 59, 23 Halm;
vom felsen rieselt spiegelhelle
insz gras die reinste silberquelle.
Schiller 1, 28;
der bach der blumenwiese, wo ich als kind
violen pflückte, murmelt melodischer,
durch erlen die mein vater pflanzte,
als die blandusische silberquelle.
Matthisson (1794) 97;
ich hörte singen aus dem laub in chören
von tausend liebetrunknen nachtigallen,
und silberquellen sprühn aus tausend röhren.
Rückert ges. ged. 1, 187;
die silberquelle. überschrift eines gedichts aus dem englischen. Herder 25, 434 Suphan. bildlich:
düstrer jahre nebelschein
wird der jugend silberquelle trüben.
Schiller 1, 297.
hierher oder zum vorigen gehört die folgende stelle:
hehre Musen (haben) ...
aus den hellen
silberquellen
des Parnassus mich erquicket.
Göthe 2, 23.
2)
ort, wo silber gefunden wird, der silber liefert: Attika besasz im alterthum reiche silberquellen; Mexico war lange eine ausgiebige silberquelle für Spanien.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1036, Z. 24.

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Zitationshilfe
„silberquelle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silberquelle>, abgerufen am 21.10.2021.

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