Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silbersaite, f.

silbersaite, f.
saite von silberdraht und silberhell tönende saite. Campe:
laszt von des schöpfers milde nur
die sanften silbersaiten tönen.
Miller 288, 323 Sauer (Kürschner);
wesen im gewand von sonnenstrahlen
singen ihm zu silbersaiten
lieder.
Meiszner bei Campe;
elastisch fliegt
ihr finger durch die silbersaiten (der harfe).
Seume ged. (1826) 77.
bildlich: das beste, was ich in meinem ganzen hierseyn von neuen schriften der gattung hier gelesen, sind einzelne fliegende blätter und fast nur reihen von meinem freunde Claudius, ohne gelehrsamkeit und fast ohne inhalt, aber für gewisze silbersaiten des herzens, die so selten gerührt werden. Herder in den briefen an u. von Merck (1838) 35; neben ihre (der deutschen sprache) hellen silbersaiten sind viele kostbare aber dumpfe goldsaiten aufgezogen. J. Paul doppelw. ix;
ich will spiegeln mich in jenen tagen,
die wie lindenwipfelwehn entflohn,
wo die silbersaite (des herzens), angeschlagen,
klar, doch bebend gab den ersten ton.
Keller 9 (1900), 77.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1038, Z. 12.

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Zitationshilfe
„silbersaite“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silbersaite>, abgerufen am 23.10.2021.

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