Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silberschein, m.

silberschein, m.
1)
schein, glanz des silbers Campe:
wann zwischen beutel und das geld
die contribution sich stellt,
trit finsternüsz gemeinlich ein
an goldes-glantz und silber-schein.
Logau 1, 159, 78.
concreter bedeutung (glänzender überzug von silber) nahe in einer mhd. stelle, in der aber der ursprüngliche text verderbt scheint:
vergüldet kupher, silberschîn
ob zin (für versilbert zin) die mugen wol gelîch in einer art geselle sîn.
Reinmar v. Zweter 84, 1 Roethe.
2)
silberartiger schein, häufig vom mondschein:
du (der mond) bist der lust und freud den liebenden gebiehret,
wenn sie dein silber-schein bey heller nacht umringt.
Mühlpforth ged. 2 (1686), 111;
hier strahlete jasmin so wie Dianens licht,
wenn dessen silber-schein bey den gestirnten nächten
durch den geschwärtzten flor der braunen lüffte bricht.
Günther 1069;
wann bescheint
dein (des mondes) silberschein,
den leichenstein,
der meine asche birgt,
wenn minneharm mich würgt?
Hölty 154, 15 Halm;
die ihr, wie dieser silberschein (des mondes),
ihr freuden, mich umwallet.
Göttinger musenalm. auf 1775 93;
der unbewölkten Luna silberschein
wallt lieblich durch der kirchhofbäume laub.
Matthisson 1 (1810), 205;
beim kerzenglanz im stolzen marmorsaale,
beim silberschein
des abendmonds im stillen hirtenthale:
auf ewig dein!
265;
das mädchen hatt ...
... manchen abend in dem haine
bei Lunens stillem silberscheine
in tiefem heiligem gebet
zum himmel heisz für ihn gefleht.
Seume 5 (1826), 198.
vom kerzenschein:
von zwanzig leuchtern strahlt der lichter silberschein
vor kristallinen flächen, und spiegelt sich darein.
Dusch verm. ged. 175;
das ruhebette,
von zweyer kerzen silberschein
beleuchtet.
Wieland 21, 59.
von anderem: und doch lag überall das land in himmelblauem duft, aus welchem der silberschein der gebirgszüge und der seeen und ströme funkelte und die sonne spielte auf dem jungen betauten grün. Keller 3 (1899), 247;
sie (die küsse) flatterten dem silberschein
der Brüszler kanten — wie die mücken
dem lichte, zu.
Thümmel reise 4 (1794), 201;
ichor ihrer (Aphroditens) dornenwunde
färbt' einst ihren (der rosen) silberschein.
Bürger 115ᵃ (variante v. 1789).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1040, Z. 57.

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Zitationshilfe
„silberschein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silberschein>, abgerufen am 22.10.2021.

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