Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silberthau, m.

silberthau, m.
silberheller, silbern blinkender thau:
sieh, wie dort im tanz der Horen
lenz und morgen schnell entweicht;
wie die rose, mit Auroren
jetzt im silberthau gebohren,
jetzt Auroren gleich erbleicht.
Herder 29, 79 Suphan;
hier braust kein busch, beperlt vom silbertaue,
durch dich, o Süd, tyrann der schwartzen see.
Uz 74, 9 Sauer;
mehr, als der schönste silberthau des mayen,
mehr, als die vollste sommerregenflut,
gieb diesem jungen rosenstok gedeyen,
du liebes, purpurrothes blut (Lottchens aderlaszblut,
das an einen rosenstock gegossen ist).
Göttinger musenalm. a. 1777 204.
vom wasser einer quelle:
er liesz die augen nie von diesem brunnen gehn,
und sah den silber-thau sich in die blumen hüllen,
indem er bald durch ros' und bald durch lilgen rann,
bald hyacinthen vor jeszminen lieb gewann.
Mühlpforth ged. 1 (1686), hochzeitged. 65.
in andrer, geschmackloser übertragung in einem anscheinend parodistischen liede:
denn der weisse perlensafft,
der auf jhren (der geliebten, deren mund einer rose
verglichen wird) zinnen hafft,
wird da auszgeblasen,
wenn der zeffyr-athem geht,
unnd den silber-taw (vorher: 'des rosen-mündleins taw') auffweht,
wie auff frischen rasen.
Venusgärtlein 18, 7 neudruck.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1049, Z. 33.

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Zitationshilfe
„silberthau“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silberthau>, abgerufen am 28.10.2021.

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