Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

silge, f.

silge, f.
1)
die pflanzengattung selinum. Adelung. Nemnich. Oken 3, 1810. Behlen 5, 679. Weigand⁴ 2, 715, umbildung der griech.-lat. bezeichnung. sumpfsilge, selinum palustre. Nemnich 2, 1274. Behlen 5, 619 (peucedanum palustre). Oken 3, 1817; kümmelsilge, selinum carvifolia. Oken 3, 1810, kümmelblätterige silge, selinum carvifolium. Behlen 5, 619, in Württemberg silja. Pritzel-Jessen 371ᵇ; langscheidige silge, selinum chabraei. Behlen 5, 619; petersilien-silge, selinum oreoselinum. ebenda.
2)
die petersilie, apium petroselinum heiszt nd. silk, m. brem. wb. 4, 787. Nemnich 1, 3, 381 und in volksmäsziger aussprache heute noch allgemein der mhd. schreibung gemäsz petersilje. Weigand⁴ 2, 328. in älteren quellen begegnen auch formen wie petersylge. Lehmann 1, 102, 7, petersilge, -silgen, -tzylge, -sillege, -silige. Dief. 432ᵇ. auch hier ist also das griech.-lat. selinum ebenso umgebildet. vgl. petersilie oben theil 6, 1578. 1579.
3)
eine pflanze, die ähnliche verwendung findet wie die petersilie und gleich dieser in gärten gezogen wird, die brustwurzel, smyrnium olus atrum heiszt auch pferdesilge. Oken 3, 1842.
4)
braunsilge, bronsilke (mark Brandenburg), brunsilken (Holstein, mark Brandenburg), mnd. brunsilgenkrut, brunsiliken für das hirnkraut, ocymum basilicum. Pritzel-Jessen 250 geht wol auf dessen mittellat. bezeichnung presilicum zurück.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1057, Z. 34.

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siegeswind simeonskraut
Zitationshilfe
„silge“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/silge>, abgerufen am 22.10.2021.

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