Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sill, sille, n.f.

sill, sille, n.,f.
nebenformen zu siele, riemen, vgl. dies oben sp. 953 ff., wo unter I, 4 entsprechende formen aus heutigen mundarten angeführt sind.
1)
im sinne von II, 1 sille, die, plur. sillen, helcium, funis ductarius, restis aurigaria, retinacula lorica de helcio dependentia. Stieler 2001, sillen, sind bei einigen auch das strick- und riemenwerk an den kummeten, helcii laquei et lora, funes ductarii. Frisch 2, 277ᶜ. sill, n. das leichtere zuggeschirr, zugriemen-, zugseilwerk der pferde, besonders bei werkzeugen zum ackerbau. Weigand⁴ 2, 715. belege aus der älteren sprache sind oben a. a. o. gegeben.
2)
in andern bedeutungen.
a)
im sinne von 4, b, sielen, sillen, courroie, leder, das der karrenschieber an die beiden griffe des karrens an und über seinen rücken legt, bergmännisch. Jacobsson 4, 162ᵃ.
b)
im sinne von 4, c, sille, hosenträger, mundartlich, s. dort.
c)
im sinne von 4, d, weidmännisch sille, f. riemen zum festhalten des lockvogels, vinculum illicis currentis extra caveam in area aucupis. Frisch 2, 277ᶜ. öconom. lex. (1744) 2728. Adelung. Jacobsson 4, 178ᵃ. Weigand⁴ 2, 715.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1058, Z. 24.

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Zitationshilfe
„sille“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sille>, abgerufen am 24.10.2021.

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