Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

simmer, n.

simmer, n.
'ein getraid-masz in Ober-Teutschland, von unterschiedlicher grösze, sonderlich in Schwaben und Franken'. Frisch 2, 277ᶜ; simmer, simri Jacobsson 7, 360ᵃ. sümmer, sirart, 'ein fränk. getraidemasz ... ein sümmer rauhes getraide, als gerste, dinkel und hafer hält 4 malter oder 32 metzen; ein sümmer hartes getraide, als waizen und roggen, hält nur 2 malter oder 16 metzen; ein sümmer hirse aber 26 metzen'. 4, 352ᵃ; nach Adelung gehen in der Pfalz und in Franken vier simmer auf ein malter, in Württemberg acht simmer auf den scheffel; andere bestimmungen des simmer s. bei Schm. 2, 283. Campe bezeugt aus Oberdeutschland auch der und die simmer, Weigand⁴ 2, 716 die simmer aus der Wetterau. das wort ist mundartlich in Ober- und Mitteldeutschland erhalten, vgl. Schm. a. a. o. (Oberpfalz, Franken, Schwaben). somera, n. Lexer 234. simmre, n. trockenmasz von 16 litern. Lenz wb. d. Handschuhsheimer dialekts 65ᵇ; simmere, getreidemasz von 1⁄8 malter. Autenrieth pfälz. idiotikon 132. als m. bei Pfister 276 (1⁄4 malter). simri, n. (Schwaben) Wander sprichw. lex. 4, 564 (i verstend vom simri koin metze); das wort, aus sümmer entstanden, ist identisch mit mhd. sumber, m. n., geflecht, korb, getreidemasz, handtrommel, pauke. mhd. wb. 2, 2, 730ᵇ. Lexer mhd. handwb. 2, 1295; ahd. sumbir, sumbri Graff 6, 224; mhd. und frühnhd. formen neben sumber sind sumer, sümer, sümmer, somer, siemer, summerei, simmerin, sumerin, summern, sümern, sümrein, sommern u. ähnl. vgl. noch Schm. a. a. o. und Dief.-Wülcker 854 unter simmern; zu der selben zeit hetten si an korn gult bey 236 sumer korns und bey 82 sumer habern. d. städtechron. 1, 76, 7; 5 sumer hebereins melbs ... 6 sümer geneutz hirs. 3, 410, 22; hundert summerin korns. 11, 474, anm. 3; diser wolt ein sümmere erbisz verwerffen. Franck laster d. trunkenh. G 1ᵇ; zwey vierthel oder mäszlein eines achtels machen einen halben simmer. Hohberg adl. landleben 3, 1, 57ᵃ; einer prahlte, er habe ein ganzes simri (sester) dukaten daheim. Hebel 2, 4. das wort lebt, abgesehen von dieser bedeutung, auch im sinne von korb fort: das bach- (back-), brod-, mehlsumper, gefäsze, die beim brodbacken gebraucht werden; bien-, impsumper, bienenkorb. Schm. 2, 283; das simparl, brotkorb; bachsimparl, dummer kerl (einflusz von simpel?) Castelli 256. Klein prov. wb. 1, 34. von sumber, pauke, handtrommel ausgehend: sumper, f. etwas, das einen dumpfen ton von sich giebt, ein kreisel etc. sumpern, dumpf tönen, z. b. mit der maultrommel, brummen, murren. Lexer kärnt. wb. 246; somern, trommeln Stalder 3, 377. hierher gehört wol auch semper, dicker bauch u. ähnl., s. oben sp. 568.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1059, Z. 39.

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Zitationshilfe
„simmer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/simmer>, abgerufen am 21.10.2021.

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