Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

simonie, f.

simonie, f.
sünde des zauberers Simon, der von den aposteln die gabe des heiligen geistes erkaufen will (ap.-gesch. 8, 18); vgl. Zarncke zum narrensch. 30, 30. im mittelalter übertragen auf kauf und verkauf von kirchlichen ämtern und geistlichen gaben. mhd. simonîe mhd. wb. 2, 2, 290ᵃ. Lexer mhd. handwb. 2, 926. hierzu simonîen, verb., simonîer, m., simônisch, adj.: die gelobten, sie wolten alle simonei, das ist den gaistlichen wucher, den geiz und stolz der pfaffen im reich abtun. Aventin werke 1, 211, 10; die ergisten, vergiftigsten simoneier, gaistlich wuecherer und kezer. 189, 27; und derhalben kan kein simonei zu Rom begangen werden, dieweil dʒ hausz vor vol rauch ist. Fischart bienenkorb 227ᵃ; uber dem simonischen und sodomitischen schandtlichem leben. 149ᵃ;
also sol noch aus gedilgt werden
alls dis geschmeis von dieser erden
umb jre grosze simoney,
die sie noch treiben on all schew
und wöllen gotts genad verkeuffen
umb gelt, wenn mans jn giebt mit hauffen.
1, 165, 1291 Kurz.
vgl. oben ersimoneien theil 3, sp. 985. übertragen: die production von poetischen schriften aber wurde als etwas heiliges angesehn und man hielt es beinah für simonie, ein honorar zu nehmen oder zu steigern. Göthe 26, 113. s. simonssünde.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1060, Z. 15.

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simentsfeuer skorpfisch
Zitationshilfe
„simonie“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/simonie>, abgerufen am 18.10.2021.

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