Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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sims

sims,
angelschnur, s. sime 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1062, Z. 28.

sims, m.

sims, m.
vorstehender rand (vgl. oben gesims theil 4, 1, 2, sp. 4107); mhd. simeʒ mhd. wb. 2, 2, 290ᵃ. Lexer mhd. handwb. 2, 925 (formen: simeʒ, simʒ, sims, semps, simet); ahd. simiʒstein, capitellum Graff 6, 689; den andern germanischen sprachen fehlt das wort. die abstammung ist zweifelhaft, Kluge (etym. wb.⁶ 365ᵃ) stellt es zu lat. sima, rinnleiste, glied des säulenkranzes, andre haben es mit franz. cymaise (κημάτιον) in verbindung gebracht. simse, der, projectura Maaler 374ᵃ; sims, n. gesims, vortächlein. Schottel 1416; sims, der, plur. simse, projectura. Stieler 2028. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 812ᵃ verzeichnet sims als n.; der sims Steinbach 2, 592; als m. und n. bei Frisch 2, 278ᵃ; Adelung meint, dasz sims gegen gesims im gebrauche zurücktrete; das neutr. kennt er aus landschaftlichem gebrauche, Campe verzeichnet m. und n.; mundartliche formen: die simse Auerbach dorfgesch. 2, 84; der sinze, sinzel, simse, das fenstergesims. Seiler 269ᵃ; sinsel, sinzel, n., gesims Stalder 2, 375; sins, m. Hunziker 242; das simesz, simse, simeszt, simszt, die simszen, simszten. Schm. 2, 281. sims, simes, n. Schöpf 674; simesz, n. Liesenberg 214; in nd. gegenden ist das wort wenig gebräuchlich, nur Danneil 192ᵃ und Mi 79ᵇ verzeichnen es. im 16. jahrh. begegnet die form simser, s. unten die stellen aus Höniger; die simster (am fenster):
die simster ferner jhr vergeblich nur beschwert.
Hamilton bei Zinkgref auserlesene poeten (1624) 52 neudruck.
schwache flexion zeigt sich vereinzelt, s. unten Pauli 179 und Simpl. 3, 331, auch die zusammensetzungen simsenküszlein, -läufer.
1)
sims als bautheil: 'was oben an etwas vorgeht, und in der baukunst über das untere heraussteht, als die simse an den säulen, welche das untere daran etwas decken.' Frisch 2, 278ᵃ; architectonische, aus einzelnen profilgliedern bestehende verzierung, abschlusz und gliederung bewirkend; so ist auch von einem sims am untern rande die rede. vergl. Karmarsch - Heeren technol. wb.³ 3, 762. basis, simeʒ Dief. gloss. 69ᶜ; basis est fultura columpnae, ein simet. quelle d. 15. jahrh. bei Schm. 2, 281; fuszgesims, basis columnarum Stieler 2028; gewöhhnlich aber bezeichnet sims den oberen abschlusz an säulen, pfeilern oder mauern, simiʒstein, capitellum. Graff 6, 689; zyms, subtelia voc. bei Dief.-Wülcker 854; schützend: sims, fuͤrtaͤchlin, proiectura. Dief. 464ᵃ; sims, fürtüchlein (so!), un appentis. Hulsius dict. 298ᵇ; sims, gesims, vortächlein. Schottel 1416; der sims einer mauer. Steinbach 2, 592;
drop stont ein pîlâre ...
dar op lach ein simetstein ...
dar op man worchte
met simetz bereide
ein gewerke.
Eneit 9442;
nu gieng er drin und wolte schouwen
wie simʒ und venster wern gehouwen.
renner 7797;
diu tûbe was geflogen
ûf ein simʒ eines bogen
ob einem phîlære.
Ottokar reimchron. 21547;
plötzlich kam er (der adler) zurück und sasz auf dem simse des balkens.
Voss Od. 19, 544.
mit bildlicher verzierung versehen:
oben ouf der seule grôʒ
ein wîser simeʒ ouf schôʒ,
ouf dem simʒe wart erhaben
von golde ein pilde êrlîch.
H. von Neustadt Apollonius 1213;
daher übertragen:
ich mâle ûf des sanges sims
mit tichte, sam ich beste kan.
minnes. 3, 169ᵃ Hagen;
der sims über der thüre. Steinbach 2, 592; am fenster: simsz, basis transversa fenestrarum. Maaler 374ᵃ; sims, basis transversa fenestrarum, alias vordächlein. Stieler 2028; der sims am fenster. Steinbach 2, 592; es singen die vögel vornen auff dem fenster simser. Höniger narrensch. 113ᵇ; nur eines (der fenster) stand offen, und eine grosze weisze katze lag auf dem sims davor. Heyse kinder der welt¹³ 1, 4; sims am ofen: ofen-sims, coronamento, fregio sopra una fornace di stuffa tedesca. Kramer deutsch - ital. dict. (1702) 2, 812ᵃ. 'am ofen ist es der kranz oder andere leisten so herum gehen'. Frisch 2, 278ᵃ; in nobis husz da der flamen zuͦ dem fenster usz schlecht, da bret man die öpffel uff dem simssen. Pauli schimpf und ernst 179 Österley; ich förcht wir weren in dem himmel da die öpffel auff dem simbser braten. Höniger narrensch. 102ᵇ; vgl. Schm. 2, 281. sims überm kamin: auf dem sims des kamins von dunklem marmor stand eine schwere uhr von grüner bronce. Heyse kinder der welt¹³ 1, 72;
wir kauerten am kamin,
der alte lehnte am simse dort
und sah die kohlen verglühn.
Droste-Hülshoff 1, 323 Schücking.
2)
sims, an der wand, hervortretender rand, auf dem z. b. geschirr aufgestellt wird: simse etiam dicuntur repositoria parietibus in conclavibus affixa, quibus imponuntur canthari, vitra et urcei, alias mutuli. Stieler 2028; etwas aufs sims legen. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 812ᵃ; 'in den zimmern heiszt das ein sims, welches so hervorsteht, dasz man etwas darauf stellen oder legen kann'. Frisch 2, 278ᵃ; aber ich kam doch hinein und fand ein volles glas wein auf dem simsen. Simpl. 3, 331, 15; gleich als wenn dieser ein perfecter medicus seyn müste, der seine simse mit lauter apothecker - büchsen besetzet hätte. Weise erzn. 29 neudruck; den folgenden tag gieng Florindo in der stube hin und wieder, als er auff dem simse eines buches gewahr ward. 205; dort langt s' nur gleich a eisernes g'schirr vom sims. Anzengruber 5, 86;
er spricht, es hab' ein anderer den krug
vom sims' gestürzt.
Kleist zerbr. krug 7.
3)
in kühner übertragung:
der stein der wart geleit ûf einer wâge simʒ.
Frauenlob 167, 7.
redensart: mancherley art ist bey uns Teutschen verdeckt und höflich das liegen zuͦ nennen, als under die tauben schieszen, in schweidler greiffen, juncker Bernhart rauffen, under der nasen sich kratzen, sich fidern, sich streichen, auff dem sims gehen, das beiheln zuͦ weit werffen, den daumen regen etc. und sich versteigen. Kirchhof wendunm. 1, s. 304 Österley. er dantzet uffen simbs. Wander sprichw.-lex. 4, 564. vgl. simsenläufer.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1062, Z. 29.

simse, f.

simse, f.,
nebenform zu semse sp. 570, binse. Hulsius dict. (1616) 298ᵇ; simse, f. juncus Schottel 1416; simsen etiam dicuntur junci, alias semden. Stieler 2028; simse, die, ein gewächse, pro sende, binse. Steinbach 2, 593; simsen, eine zunft der riedgräser. Oken 3, 382. 428; simse, juncus Keller idiot. d. thür. waldgeb. 42; simele, simeze, simsze, f. (rhein.), simsze (Wetterau). Kehrein 377; semden, simpsen, sil. Frommann zeitschr. 4, 185 (Schlesien); schînelen (Eifel) 6, 18; simse, hartes gras. Sallmann mundartin Estland 84ᵇ. einige brauchen schwache simbsen darzu. Fleming t. jäger (1719) 350ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1063, Z. 61.

simse

simse,
plur. prügel: ordentliche simse beziehen. Kleemann 21ᵃ; das wort soll das sausen des schlages malen (s. simsen, verb. 2), ebenso bimse, bimsze.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1063, Z. 71.

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Zitationshilfe
„simse“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/simse>, abgerufen am 26.10.2021.

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