Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

simuliren, verb.

simuliren, verb.
speciem praeferre, vultum componere. Stieler nachsch. 27ᵇ; hierzu ebenda simulirung und simulirer (für letzteres ist jetzt simulant gebräuchlich); wiewol er weidlich simuliren, und hinter dem berge halten kan. Luther tischr. 484ᵃ (1566). in der volkssprache hat simuliren ganz allgemein die bedeutung von nachsinnen, sich bedenken, grübeln angenommen (daneben sinniren), so ist es von Campe im verdeutschungswörterbuch verzeichnet, vgl. Andresen volksetym.⁴ 85. Söhns parias 43. zur verbreitung in den mundarten vgl. Schm. 2, 281 (auch entstellt zu summinieren). Schöpf 674. siminirn Hügel 149ᵇ. Sartorius 115. Autenrieth pfälz. idiot. 132. Reinwald 1, 151. 2, 117. Vilmar 385. Kehrein 377. Spiesz 234. Jecht 104ᵇ. Kleemann 21ᵃ. Albrecht 212ᵇ. Hertel thür. sprachsch. 228. Pasch 101. Frischbier 2, 341ᵃ. Danneil 192ᵃ. Mi 79ᵇ. Woeste 237ᵃ. Stürenburg 246ᵇ. ten Doornkaat Koolman 3, 183ᵇ. in diesem volksthümlichen sinne gelegentlich auch in der litteratursprache:
du weiszt das bergvolk denkt und simulirt,
ist in natur- und felsenschrift studirt.
Göthe 41, 268;
nachdem er lange simulirt hatte, redete er also. Musäus volksm. 1, 49 Hempel; Sambul der jud' simulirte lang, was er thun sollte. 3, 58.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1064, Z. 29.

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Zitationshilfe
„simuliren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/simuliren>, abgerufen am 25.10.2021.

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