Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sinau, sindau, m., n., f.

sinau (sindau), m. n. f.,
pflanzenname: aconcilla, sinnau, sinndawe. Dief. gloss. 10ᵃ; rorella, sponsa solis, sonnen-, son-, sindauw. 500ᵇ; cintilla, cynoia, sindouwe, synnaw. 120ᶜ; alchimilla vel pes leonis, sinaw. quelle d. 16. jahrh. bei Schm. 2, 290; vgl. Schiller-Lübben mnd. wb. 4, 211ᵃ; löwenfusz, sinnaw, unser frawen mantel, morgenstern, pes leonis, stellaria, alchimilla. Henisch 1323, 1; pes leonis, leontopetalon, alchimilla, sinau. Corvinus fons lat. (1660) 483ᵇ; sinau, das, unserfrauenmantel et löwenfusz. Stieler nachschusz 27ᵇ; sinau (ein kraut), alchimilla. Steinbach 2, 593. Frisch 2, 278ᵃ; alchemilla, der sinau Nemnich; der sinau Behlen lex. d. forst- u. jagdkunde 5, 621; Adelung giebt das sinnau, sinau, Campe der sinau, sinnau. m. bei Weigand⁴ 2, 717; Oken 3, 2001 bildet den plur. die sinaue; sinnau, sindau, alchimilla Frommanns zeitschr. 4, 185 (Schlesien); gewöhnlich wird unter sinau die alchemilla vulgaris verstanden, eine früher hochgeschätzte arzneipflanze; alchemilla, alchimistenkraut heiszt die pflanze, weil die alchimisten das in den falten der sinaublätter sich sammelnde thauwasser zu ihren versuchen gebrauchten; sinnaw ist ein recht wundtkraut. Lonicerus kräuterb. (1577) 242 C; ebenda sinnawsaft, -bletter, -wasser; sinau wächszt an feyszten, leymechten, roten, eyn wenig feuchten orten. Sebiz feldbau (1579) 213; der sinnaw ist auch der rechten und berühmeten wundkräuter eins. Tabernaemontanus kräuterb. (1664) 248 K; hochteutsch sinnaw oder synnaw, sinndawe. 249 G; eusserlicher gebrauch des sinnawkrauts. 250 C; sinnaw-wein 251 K; das wasser vom sinau ist gut, die wunden damit gewaschen. Hohberg adl. landleben 1, 560ᵃ; sinau hat vier sonderbare geschlechte: der gemeine (folgt beschreibung) ... die übrigen geschlechte sind: der berg- oder silber-sinau, der kleinste alp-sinau, und der fünf - blättrige alp-sinau. 3, 1, 452ᵃ; berg-, steinsinnaw, silbersienu, alchemilla alpina. Pritzel-Jessen. mit sindau oder sinnthau bezeichnet man andrerseits den sonnenthau (drosera rotundifolia), so bei Nemnich, in Preuszen, vgl. Frischbier 2, 341; bei Woeste 237ᵃᵇ heiszt das tausendgüldenkraut (erythraea centaureum) ssindôert, ssindau, sinögge. Weigand a. a. o. deutet den namen wol mit recht als sintouwe, 'immerthau'; ebenso Kluge etym. wb.⁶ 365ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1064, Z. 76.

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Zitationshilfe
„sinau“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sinau>, abgerufen am 23.10.2021.

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