Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

singerin, f.

singerin, f.
1)
sängerin, mhd. singerinne mhd. wb. 2, 2, 303ᵃ. Lexer mhd. handwb. 2, 931; gewene dich nicht zu der singerin, das sie dich nicht fahe mit jrem reitzen. Jes. Sir. 9, 4; ich meinte, dasz desz hertzog von Schonburg elster bruder sich gantz miszheuraht hette undt eine frantzösche singerin genohmen. Elis. Charlotte 1, s. 60 (nr. 35);
gwen dich nit zu der singerin.
Sachs 19, 35, 15 Keller-Götze.
2)
als name einer geschützgattung (vgl. über solche namen Wackernagel in Germ. 4, 156) schwereren kalibers: ein dupplicana, die wir in teutscher sprach ein nachtgal oder singerin nennen, sie schieszen ein kugel die an gewicht helt fünfftzig pfundt, und ist zu mercken, das nachtgal und singerin ein geschlecht des geschütz ist, allein haben sie den underscheid, das die nachtgal etwan zwey schuch lenger ist denn die singerin, schieszen aber beyde ein kugel. Fronsperger kriegsb. 1, 71ᵇ; scharff metzen, basiliscen, nachtgallen, singerin, virteilbüchs. Fischart Garg. 200ᵇ;
die singerin singt den tenor schon,
die nachtgall den alt in gleichem ton,
scharpf metz bassiert mit schalle,
die schlange den discant warf darein.
Liliencron hist. volksl. 3, 74ᵃ (268, 9);
der singerinnen feurig heer.
Arndt ged. 357 (1840).
auch sängerin (nachtrag zu theil 8, sp. 1791): ich möchte die karthaunen oder sengerin gern hören. Luther 5, 56ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1091, Z. 56.

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Zitationshilfe
„singerin“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/singerin>, abgerufen am 23.10.2021.

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