Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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singer, m.

singer, m.,
mhd. singære mhd. wb. 2, 2, 302ᵃ. Lexer mhd. handwb. 2, 929; singer, psaltes, cantor Dasypodius; singer, sänger, cantor musicus Maaler 374ᶜ; singer, chantre Hulsius dict. (1616) 298ᵇ; cantor, ein singer, sangmeister. Corvinus fons lat. 113ᵇ; singer ist nach Adelung veraltet und durch sänger ersetzt; mundartlich ist das wort lebendig geblieben. Zingerle 51ᵃ. Schöpf 675. Lexer 233. zusammensetzungen: minne-, meistersinger; bei Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 814ᵃ bettel-, chor-, gassen- ò marckt-, hochzeit-, ober-, schulsinger.
1)
während sänger zu frühest den im kirchendienst singenden bezeichnet (theil 8, sp. 1790), und dann erst (schon im mhd.) allgemeinere bedeutung annimmt, scheint singer zunächst von dem gebraucht zu werden, der zum gesang bestimmte poesie erfindet und vorträgt, vom dichter und dem spielmann. so wird das wort vorwiegend im mhd. gebraucht und diese anwendung (besonders im sinne von spielmann) hält sich weit in die nhd. zeit hinein; gelegentlich bezeichnet singer auch den kirchensänger, dann überhaupt jeden, der zu singen versteht. in der nhd. schriftsprache tritt das wort allmählich völlig vor sänger zurück, wenn es gebraucht wird, ist es dem sinne nach nicht von sänger geschieden. ze dem brûtloufe sol ouch niht mê hübscher liute sîn wan zwên singer, zwên gîger und toiber. quelle im mhd. wörterb. 2, 2, 302ᵇ; it scude in unser stadt, dat en singere wundede enen anderen singere. quelle bei Schiller-Lübben 4, 212ᵃ; die singer des landes waren zuerst mit bildern bedacht. Keller 6, 83;
vil lieber Marner, vriunt, bistu der beste diutsche singer,
den man nu lebendic weiʒ, des hât dîn name grôʒe êre.
minnes. 3, 56ᵇ Hagen;
namhafter singer ist nun lützel.
renner 1264.
mit sager verbunden (vgl. singen 7):
singer, sager hab wir doch,
die gote ûf erden dienent noch.
5879;
der singer der wil trinken wîn.
herzog Ernst 13, 13;
Franz Schopper, den man nant den singer. d. städtechron. 1, 88, 1; zu solchem newen lied gehört auch ein newer singer. Luther 8, 321ᵇ; guͦter singer, guͦter schlemmer. Franck sprichw. 2, 66ᵇ (1541), auch: guter singer, guter schlinger; ein guͦter schwanck von einem singer ... er was ein berümpter musicus und componist. Wickram rollw. 94, 22 Kurz; ein alter singer singet wol. Henisch 583, 11; ein kunstreicher tichter und lieblicher singer. anm. weish. lustg. 389; hast du nicht auch offt den gaucklern, singern was freygebigers geschenckt. Schuppius 750; mit abhängigem, das object des singens bezeichnendem genitiv: singer dieser närrischen gesäng. 740; traff daselbst einen spielmann und singer an. pers. rosenthal 2, 14;
Frouwenlop meister Heinrich,
der ûf die kunst ist kluoc,
und ander singær genuoc.
Ottokar reimchr. 86558;
singer, so merk mich eben!
ich wil dir ein frag aufgeben.
Uhland volksl.² s. 8;
sie antwortet, ich bin dein singer,
und schlug die laut mit meinem finger.
Rollenhagen froschm. E 5ᵃ;
verschaff singer und instrumentisten.
Ayrer 3, 1976, 33;
singer, fang eins zu singen an.
2071, 34;
hier trinckt, hier singt nicht mehr ein singer;
sein hals ist mit jhm wol zu friede,
sein herr war auch zugleich ein schlinger,
und er stets roh von trunck und liede.
Logau 3, 238, 116;
und ich will seyn der beste singer,
der je die harfe trug.
Herder 25, 238 Suphan;
der uns das lied gesungen hat,
der war ein frommer singer.
Voss 6, 94;
wie vom mund des süszen singers,
selber ich vordem sie hörte.
Freiligrath 6, 9 (1886);
hertzgeliebtes vatterlandt,
sage mir. wie kanst du lassen
deinen singer von der hand.
Rist Parnasz 276 (1668);
wo man euch, der singer schwahn
ehr und guhttaht wird erweisen.
277.
geistliche singer: (der erzbischof) het kostlich singer, sungen zu den predigern ein salve, zu sant Lorentzen ein vesper. d. städtechron. 11, 617, 1; der hat sine eigene singer und sungen in dem dome dat ampt. 13, 108, 18; es gibt ebenfalls solche geistliche, die gantz säumige singer seynd. Abraham a Santa Clara Judas 3, 94 (1692).
2)
bei den meistersingern wird singer in einem weiteren und einem engeren sinne gebraucht, im weiteren sinne, indem sie sich selbst singer nennen: darumb sol man trachten auff einen singer, der grammaticam und jre regulas verstehet, und jnen zum mercker neben andern zweyen verstendigen und wolgeübten singern, erwelen. Puschman gründlicher bericht 30 neudruck. im engern sinne bezeichnet singer die nächste stufe nach den meistern.
3)
als name der singcicade: die südliche cicade oder baumgrille ..., die auch singer und von den Holländern in Amerika leierer genannt wird. Voss Virgils ländl. ged. 1, 272 (1797).
4)
Arndt nennt die kanonen klinger und singer (nach dem alten geschütznamen singerin):
der klinger und singer habt ihr gnug,
kartaunen und scharfmetzen.
ged. (1840) 356.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1090, Z. 17.

singer

singer,
s. sondern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1091, Z. 30.

singern, verb.

singern, verb.:
es singert mich, ich habe lust zu singen. Schm. 2, 314.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1092, Z. 13.

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Zitationshilfe
„singern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/singern>, abgerufen am 27.10.2021.

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