Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sinnenbild, n.

sinnenbild, n.
1)
in der ältern sprache für sinnbild, vgl. daselbst: sinnenbild, hieroglyphicum. Dentzler 2, 265ᵃ; sonst dichten die dichter, es hetten die himmels-bürger sich auf eine zeit zusammen verschworen, den Jupiter zu binden: als diser solches vernommen, habe er .. den hunderthändigen Briareus zu sich beruffen, ihme hülffe zu leisten. durch dieses sinnenbild haben die regenten abzunehmen, wie sicher und heilsam ihnen sey, wenn sie des pöbels liebe, ihnen zu wege bringen und erhalten. Butschky Pathm. s. 457; es sollen etliche, unter den alten königen, ihnen ihre krohnen, in gestalt eines schiffes, formiren lassen: damit die, hiran vorgebildete erinnerung .. stets über ihre gedancken schwebte, und diesen ohne unterlas, die warnung gleichsam eindrükte, das regiment sey ein betrüglich-ungewisses mer .. es ist in wahrheit, das aller-geschikteste, und zugleich dinlichste sinnen- augen- und hertz-bild gewesen, welches sie beides ihnen selbst, und auch ihren nachfolgern, hetten können fürstellen. 795.
2)
sinnliches, durch anschauung gewonnenes bild: Fibel war zu einbrechen und einsteigen entschlossen, um ein paar blicke auf einen mann zu werfen, von welchem er ein sinnenbild haben muszte, wenn er nachher nach seiner weise stunden lang träumen wollte, er selber sei es. J. Paul leb. Fibels 31;
die oft ein leerer traum und sinnenbild ergetzt.
Mühlpforth bei Campe;
o trit hervor in wesenheit, vernichte
der sinnenbilder gaukelein!
Rückert ges. ged. (1841) 1, 399.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1167, Z. 68.

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Zitationshilfe
„sinnenbild“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sinnenbild>, abgerufen am 26.10.2021.

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