Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sinnesänderung, f.

sinnesänderung, f.
änderung des sinnes, der gemütsart oder gesinnung, stimmung. Adelung, so Bürger 111ᵃ (überschr.); der geistige philogyn empfand vermöge seiner geistigen empfindsamkeit gar bald diese scheinbare sinnesänderung der holden spröden. Musäus volksm. 1, 16 Hempel (Rübezahl 1); speziell in theologischem sprachgebrauche, bekehrung, s. Adelung: äuszere anstösze bewirken oft das gewaltsame losbrechen solcher sinnesänderung. Göthe 48, 29; so erscheinen auch gleich besessene und weissagende, wenn eine heftige sinnesänderung und bekehrung in gemeinden stattfindet. Brentano 9, 35, vgl. sinnesveränderung; änderung des willens, vorsatzes:
und eures fehlers frei find' ich euch wieder,
durch solche sinnesänd'rung hocherfreut.
Shakesp. 9, 185 (liebes leid u. lust 5, 1);
du machst mir freude nun genung
durch deine sinnesänderung.
Ludwig 3, 664.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1174, Z. 52.

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Zitationshilfe
„sinnesänderung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sinnes%C3%A4nderung>, abgerufen am 16.10.2021.

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