Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sinnschrift, f.

sinnschrift, f.,
im 18. jahrh. zuweilen für sinngedicht, epigramm: wo auch irgend in solchen sinnschriften (den epigrammen der anthologie) noch salz zu finden wäre, sind dieselben voller häszlichkeiten, ... da diese sinnschriften über geilheiten wider die natur scherzen. Winckelmann 3, xxxii f.; sinnschriften auf das sogenannte heldengedichte Herrmann. Lessing 1, 33 (überschr.); der erste theil dieser schriften (Lessings) enthält zwey bücher lieder, fabeln, sinnschriften und fragmente ernsthafter gedichte. 3, 401; wir müssen gestehen, dasz dieser (spruch, in versen) fast durchaus eine ziemlich artige sinnschrift ist. 405; man soll den Rousseau einsmals gefragt haben, wie es möglich sey, dasz er ebensowohl die unzüchtigen sinnschriften, als die göttlichsten psalme machen könne? 4, 33.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1201, Z. 38.

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Zitationshilfe
„sinnschrift“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sinnschrift>, abgerufen am 26.10.2021.

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