Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sinnspruch, m.

sinnspruch, m.
ein kurzer satz, sentenz, als erklärung und überschrift eines sinnbildes (s. das. 1), lemma. Adelung, vgl. Kinderling 426; als inschriften auf waffen, schilden, helmen, fahnen, s. Eggers 2, 914. Böheim waffenkunde s. 574; auch überhaupt, ein ausspruch, der in knapper, treffender form einen nachdrücklichen, tiefen sinn, einen bedeutenden, geistreichen gedanken enthält, denkspruch, sentenz. Adelung. Campe, vergl. Kinderling a. a. o. und Kant 10, 173 unter sinn II, 22, c, sp. 1179. belege: der sinnspruch (dictum) der billigkeit ist nun zwar: 'das strengste recht ist das gröszte unrecht'. Kant 5, 35; zwar gibt es urtheile, die ... unmittelbar durch den sinn dictirt zu sein scheinen. dergleichen enthalten die sogenannten sinnsprüche, oder orakelmäszigen anwandlungen. 10, 143; dort (im orient) ist die fabel erfunden, dort sind die sprüchwörter sinnsprüche, räthsel, selbst die wurzeln der sprache voll fabel. Herder 12, 14 Suphan;
dem stamme treu, der dich gebar, ...
machst du der pfeile sinnspruch wahr,
die nur vereinigt stark.
Grillparzer⁵ 2, 149.
s. auch sinnenspruch. — dazu sinnsprüchlich, adj. adv. Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1201, Z. 65.

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Zitationshilfe
„sinnspruch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sinnspruch>, abgerufen am 17.10.2021.

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