Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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seintemal

seintemal,
s. sintemal.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 369, Z. 61.

sintemal, conj.

sintemal, conj.

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da, weil, indem, quoniam, quandoquidem.
1)
sintemal ist entstanden aus der verbindung sint dem male, die im mhd. noch gewöhnlich getrennt erscheint, vgl. sint II, 2, e. Grimm gramm. 3, 152 f. 282. 283, anm. 1. Weigand 2, 721. so schon richtig erklärt bei Frisch 2, 261ᵇ und Adelung, s. ferner Wachter 1526. vgl. auch die parallele wendung sint der zeit (sint II, 2, d), welche die entwicklung vom adverb zur conj. deutlicher übersehen läszt. mhd. sint dem mâle und sint des mâles, s. mhd. wb. 2, 2, 322ᵃ. Lexer hdwb. 1, 2015. daneben begegnen schon zusammengezogene formen, so sintemâl, noch adverbial, seitdem, späterhin:
sîn herze grimmes mûtes pflac
sintemâl ûf die cristenheit.
livl. reimchron. 3077.
als conj. mit daʒ: sintemal daʒ du nicht bezale wilt. Ködiz 51, 23. belege aus urkunden für sintmâl (vom jahre 1323) und das unverkürzte seinddemmâl als conj. verzeichnet Lexer a. a. o. das genitivische sint mâls, ohne artikel und dann stets adverbial, woneben sît mâles, s. ebenda, ist wohl anders zu erklären (mit partitivem genitiv, später in der zeit, vgl. ê zît?): want da maint er iuch unt alle die mit, die sint mals an dise werlt geborn sint. Roth pred. 71, 22;
dâ mich nimmer smerze
sintmâls mêr geruͦret.
Heinr. v. Krolewiz 37.
ebenso mnd.: des int leste .. gedachte (besagter) Holland uth der stad Brunszwick vorefluchtich wart unde sick to den anderen vorwiseden unde uthwesers suntmals vast geholden .. hefft. d. städtechroniken 16, 400, 15 (auch noch nhd., s. 4, a). daneben sint des mâles auch als conj., s. unter sint. dieselben wendungen werden natürlich auch mit sît gebildet, vgl. seit II, 2, c, sp. 374 f.
2)
im nhd. fest zusammengewachsen, stets als conjunction (s. jedoch 4, a). als solche im 16. und 17. jh. sehr gewöhnlich, vergl. die belege bei Kehrein gramm. 3, § 483, 5 (bez. 4—7). seitdem auf die steife kanzleisprache eingeschränkt, ganz analog den gleichbedeutenden dieweil, alldieweil, s. th. 2, 1146 ff. 1, 216, mit denen es auch gern in pleonastischer umständlichkeit verbunden wird: alldieweil und sintemal(en), s. Adelung; Plutarchs stil kommt mir in betracht dessen gegen Herodot vor, als eine kanzleischrift voll alldieweil, sintemalen und anerwogen, gegen die fliessende gemeine sprache. Herder 1, 235 Suphan. in dieser 'gemeinen sprache' wie auch in der höhern schreibart ist sintemal seit anfang des 18. jahrh. aufgegeben. wenn es, wie gar nicht selten, doch angewendet wird, erscheint es als bewuszter archaismus und parodistische nachahmung des kanzleistils und hat daher einen leicht scherzhaften anstrich. Adelung (vergl. die belege aus Wieland, Kotzebue, Heine, Rückert, Vischer unter 3, b. f).
3)
formen.
a)
die vorherrschende ist zu allen zeiten sintemal: seitemal, sintemal, car, puisque, d'autant, attendu, veu etc. Hulsius 296ᵃ; dann, sintemal, dieweil, enim, nam, namque, quandoquidem, quia. Henisch 646, 17; darumb, derhalben, sintemal, deszwegen, darumb dasz. 658, 45; dieweil, dann, nachdem, sintemal. 708, 6; so doch, sintemal, dieweil, siquidem, coniu. causalis. 720, 36; quandoquidem, siquidem, so doch, sintemal, dieweil. Corvinus fons lat. 534ᵇ; sintemal, giäche, posciache, poiche, sintemal die sachen in diesem stande seynd. Kramer dict. 2, 16ᵃ; sintemal, quandoquidem, quare, quapropter, quia, quoniam. Stieler 1223; sintemahl, quandoquidem, quippe, siquidem. Steinbach 2, 15; siquidem, quandoquidem. Frisch 2, 261ᵇ. belege aus der litteratur: sintemal ich doch weis, das die tyrannen nichts denn den armen madensack, meinen leib, ... nemen können. Luther 3, 333ᵃ; wie kan ich Abraham verbergen, was ich thu? sintemal er ein gros und mechtiges volck sol werden. 1 Mose 18, 18; sintemal kein mensch ist, der nicht sündige. 2 chron. 6, 36; gott der die welt gemacht hat, .. sintemal er ein herr ist himels und der erden, wonet er nicht in tempeln mit henden gemacht. ap. gesch. 17, 24; denn worinne du einen andern richtest, verdamstu dich selbs, sintemal du eben dasselbige thust, das du richtest. Röm. 2, 1; denn sintemal eiver und zanck und zwitracht unter euch sind, seid jr denn nicht fleischliche? 1 Cor. 3, 3; sintemal viel sich rhümen nach dem fleisch, wil ich mich auch rhümen. 2 Cor. 11, 18; sintemal auch Christus ein mal fur unser sünde gelidden hat. 1 Petr. 3, 18; sintemal wir heydenischs geschlechts sind. Wicel wintertail hom. orthod. (1546) 1ᵇ bei Kehrein a. a. o.; sintemal uͦns di welt zuͦ allen zeiten hinderlistig nachstellet. Melissus ps. D 7ᵃ; sintemal poeten von potus, potæ, il boit, und pott kommen. Garg. 23ᵇ; jr daurt mich, das jhr euch also kasteyet, sintemal die fasten nicht will gedeyen. 41ᵃ; sintemal ja die Helena .. mit jhren zwen brüdern Castor und Pollux ausz eym ey geschloffen. 197ᵃ; sintemal es gantz unnd gar wider alle vernunfft streitet. 215ᵇ; sintemal nun der baur den landsknecht hiesz, wie es hierumb ein gestalt, zuͦ besähen. Kirchhof wendunm. 1, 126 Österley (1, 98); sintemal du mich fragst, wil ich dich bescheiden. 490 (1, 2, 40); es hat kein not umb dich, sintemal du dir lassest deine sünd leid seyn? 518 (55); sintemal aber die hauffen nicht allezeit gleich ... ligen. milit. discipl. 187; so ist es auch nicht billich, das wir unser freyheit verkeuffen solten, sintemal unser herr gott unser dritte theil auch mit gibt. weil sie es nun frey bekanten, konte er sie diebstals nicht bezüchtigen, wuste auch wol, das er nicht viel an jhnen erlangen würde, sintemal sie in gemein verwegene böse buben sein. Hennenberger preusz. landt. 418; da nicht mehr in Preussen zunemen war, auch nicht mehr zuvordienen, sintemal man auff frieden trachtet, schlugen sich in die 1200 böser buben zuhauff. 442; von diesen zunamen wurden die beide sehr zornig, sintemal sie von guttem geschlecht und reich waren. 482; sintemahl zu besorgen, dasz, wann sie ferner einnisteln solten, sie hernach schwerlich aus ihrem vortheil zu bringen wären. Olearius pers. rosenth. 4ᵃ (1, 5); ich weisz nicht, .. ob man sich für ihm nicht .. mehr als für den räubern zu befürchten hat, sintemahl ich mich einer historie erinnere. 56ᵇ (3, 27); sintemahl ein dienstbothe den man woll hält, seine arbeit mit allem fleisz verrichten wird. baumg. 3ᵃ (1, 2); sintemal die kirch niemand verfolget, sondern verfolgt wird. exilium melanch. (1655) 471; sintemahl ihr (sich) auch die allerschlimste unnd heszlichste einbildet, ihre vollkommenheiten erstreckten sich dahin den allergeschicktesten cavallier anzuhalten. Schoch stud. leben D 7ᵇ; wollen euch doch gleichwol noch hierinnen ein hohes landsman stücke beweisen, und sehen lassen, sintemahl sie beschlossen, solches bey 30. thalern euch beyden bewenden zu lassen. H 5ᵇ; mancher wird dencken, zu wem er ein grösser vertrauen in nöthen haben solle, als zu seinem leiblichen bruder, sintemal ihre seel, fleisch und blut, einerley ursprung habe? Schuppius 234; warum aber verfluchte der herr den unschuldigen feigenbaum, sintemal es auszer der zeit war früchte zu bringen. Paulini philosophische luststunden (1709) 1, 69;
das bäurelin und die Greta,
sind dispare valde diæta,
sintemal der schlaffet,
cum Greta parocho schaffet.
Garg. 160ᵇ;
ja, sintemahl sein schutz sich weltweit und weltbrait
erströcket, sollen auch sein lob weltweit erklingen.
Weckherlin ged. 240 (ps. 107, 4).
b)
so in neuerer zeit, vgl. 2, wo nur noch diese form und vereinzelt sintemalen vorkommt: sintemahl es im letztern falle den anschein gewinnt, als ob er lieber sein eigen leben wagen, als sich in gefahr setzen sollte u. s. w. Wieland 8, 235 (Danischm. 28); sintemal es nicht wohl gethan wäre, dergleichen leckerbissen so oft aufzutischen. derselbe bei Merck briefsamml. 1, 147; doch sintemal die männer alle schlecht geboren. Kotzebue dram. sp. 2, 185; sintemal ich vernommen dasz unserem lieben vater grade eine schwere brandschatzung droht. 342; mit nichten, sintemal ich weisz was ich weisz. 3, 238;
sintemal uns die adresse
unsres eidams noch zur stunde
unbekannt.
Heine 1, 330 Elster (Rhampsenit);
sintemal ein fürstlich geborner
nicht anders darf sein denn ein auserkorner.
Rückert Firdosi 1, 78.
c)
belanglose varianten dazu sind: sintmal jm nichts ubrig ist von allem gut. 5 Mose 28, 55; dadurch er zu verstehn gab, wie ein himlische freud er seim völcklin seye. sintemol durch weisz: lust, kurtzweil unnd freud .. werden bedeit. Garg. 121ᵃ.
d)
die entstehung des wortes ist deutlicher bei der schreibung: dieweil, denn, weil, sintenmal, nachdem, una, cum, quoniam. Henisch 689, 60; sintenmahl siquidem. Schottel 1416; sintenmal nun im selben von seltzamen historien .. meldung beschicht. Kirchhof wendunm. 1, s. 4 Österley.
e)
dagegen zeigt sich, dasz der ursprung vergessen und miszverstanden ist, wenn geschrieben wird: es müssen ytzund die leyen selbs predigen, sinteynmal die bischof schweygen. Luther 12, 463, 36 Weim. ausg.; synteinmal es das evangelium ist, so müssen die lewt eben darumb uneins und zwyspaltig werden. 466, 17; senteynmal kain mensch so gering ist. 470, 4.
f)
daneben, besonders im 17. jh. und auch noch in neuerer zeit, sintemalen, das auf den pluralischen ausdruck zurückzugehen scheint, vgl. das noch getrennte: sind den malen, nach den mal. voc. von 1482 bei Frisch 2, 261ᵇ. belege: sintemahlen ein solcher mensch mit seiner anzaige veranlaszung gibet, daz die gerechtigkeit handgehabt .. würdet. Salzb. taid. 177, 20; sintemalen die gmain die gerechtigkait wegen erhaltung des reverender pfarrstiers und schwilch verkauft. tirol. weisth. 3, 92, 25; sintemallen, wo nit thails iezt lebenden auch, es doch den nachkomenden dises orts .. nutz und guet .. sein wirdet. 4, 509, anm.; sintemallen solches .. unwiderprechlich zu wolstendiger haiung ersprieszlich. 511, anm.; sintemaln ich ihnen so feind bin, als dem bettler die lausz. (sprichwort) pum bi bi bi di pum pum pum (1650) 50, ebenso in der 'wurmlogia vieler seltzamen würmer' (1690) s. 61, s. Wagners archiv 1, 44; ich bin ihm deszwegen nit einmal gehässig, sintemaln wir sich alle mit dergleichen vortheln und betrügereyen behelffen müssen. Simpl. 2, 136, 2 Kurz; sintemalen von so vielen heiligen leuten bekant ist, dasz sie kahlkopffend werden. Abr. a S. Clara gemisch gemasch (1704) 158; aber sintemalen ihr stoff ist, ist die polizei eben auch. Vischer auch einer 2, 218.
g)
seintemal: seintemal der kaumend solcher ampt wartten kan, der eyn eynigs hausz regieren musz, unnd der bapst wil keyszertumb regieren. Luther an den christl. adel s. 38 neudr.; seintemal der glaub Christi ... nit wenig fahre leydet. 43; ob gott wollt doch durch den laienstand seiner kirchen helfen, seintemal der geistlich stand, dem es billiger gebuhrt, ist ganz unachtsam worden. briefe 1, 457; seintmal bei uns in Asien ligen und rûen die allergrösten lerer und seulen des christlichen glaubens. Aventinus chron. 1, 895, 6; seintemal im aber unser gnädiger herr in solchem wesen selbs nit helfen noch sein nottorft fürbringen mag, haben wier ... künig Friderichen ermant und angerueft. 2, 580, 9; ich hätte einen glückseligen präceptorem abgeben, seintemal ich mit einem streich so wohl gezogene discipul machen konte. Simpl. schr. 3, 317, 1 Kurz; o got .., seintemal duͦ nach deinem wolgefallen uͦns hast wœllen erwelen, ... erlœse uͦns von yren (der gottlosen) lesteruͦngen. Melissus ps. K 7ᵃ;
drum wird duͦrch yn uͦnser hærtz (trauen)
stets muͦtig sein uͦnt fraidenhaft:
seintemal wir hoffend' vertrauën
in seines hailgen names kraft.
N 6ᵃ (33, 21).
h)
mit genitivischer fügung (vergl. 2): sintemals für gott für fromb gezelet werden, des menschen leben, gerechtigkeit, und ewiges heil ist. Gretter ep. an die Römer (1566) 51; sintemals wir viel fürtrefflichere und grössere gaben haben, dann man bey jnen jemals gefunden hat. 131; (die juden sind) weit fürtrefflicher dann die heyden, sintemals sie die verheissung von Christo gehabt. 168; (wir sollen) forthin nicht mehr sündigen, sondern, sintemals wir sampt unserem herrn Christo gestorben, auch widerumb mit jm aufferstanden sind, gute werck thun. 346;
seintmals ihr habt meins hoffens gern
disz spil von uns gehöret an.
Ackermann s. 135 Holstein (der ungeratne sohn, beschl. v. 1898);
seintmals er ist so grosser krafft,
das er aus gnad die selckeit schafft.
137, 1961.
s. ferner 4, a.
i)
die nur noch im 16. jahrh. üblichen entsprechenden bildungen mit seit sind daselbst (2, c) behandelt. einige nachträge mögen hier folgen: seitemal der jhe verkert und widersins handelt, der sich selbs nit schickt nach den gegenwertigen dingen. Franck mor. encom. 23ᵃ; seytemal aber der h. v. der bapst wandelt und ablegt die pusz und gnugthuung. Luther 1, 384, 2 (daneben z. 12 derselben seite: syntemal, var.: seyntemal); seittemal die Wahlen (Welschen) keyser Carle, Charle mainig nach jrer sprach genent. Aimon a 2ᵇ; seitemal ich aber das selbig werk biszhero nicht ans liecht geben. Aventin werke 1, 301, 12; dasz ich aber meine batzen zusammenhalte, daran thue ich nit unrecht, seytemal ich beydes weis, wie schwerlich sie zubekommen, und wie tröstlich sie einem im ... alter seyen. Simpl. schr. 3, 198, 28 Kurz. — nun seitmal ich den eüeren neüen fabel und histori sol den aufgang geben, so ist mein syn an ainem seinem grossen wunder an zeheben. Steinhöwel decam. s. 16, 33 Keller; nun seytmal wir ausz der tötlichen pestilenz komen sein. 18, 3; seytmal es gotz und der liebe gefallen was daz ich euch mein hulde und liebe geben sölte. 367, 29 (5, 9; d. ausg. v. 1580 liest überall sintemal, s. 10ᵇ. 11ᵇ. 302ᵃ). —
seitenmal
Keisersberg brösaml. 83ᵃ s. Grimm gr. 3, 281, anm.; andächtige kinder Christi, seydtenmal dz ye ein mensch für das ander bitten sol. manuale curatorum (1516) 79ᵇ; seitenmal er sich aber des beflissen, hab ich den gegenwechsel gebraucht. Aimon a 2ᵇ; quandoquidem ... seittenmal, die weil doch. Aventin werke 1, 455, 3. — so werden sie heut gewisz ausz stählinen nebelkappen schliefen. seiteinmal man der krieg zu kaim end kan kommen. Garg. 197ᵃ. so auch: seitamal ich gänzlich hoff klar zu erweisen. podagr. trostbüchlein (1574) H 3ᵃ? — genitivisch: ob er (Paulus) wol anfenglich die kirch und das evangeli Christi grewlich verfolget, solle doch solchs seinem ansehen und wirde gantz nichts benemen, seytmals er gantz wunderbarlich zur erkentnisz Christi komen ist. Gretter erkl. d. ep. Pauli an d. Römer (1566) 1; (wir sollen) uns kein trübsal ... von unser hoffnung lassen abschrecken, seytmals nicht müglich dasz die hoffnung uns betriegen könne. 6, s. ferner s. 32. 124;
seitmals er strebt so gar von dir.
Schmelzl verlor. sohn 8ᵃ;
seitenmals aber die gewonheit (wie man spricht) die ander natur ist. blindg. sohn 2ᵃ. — zuweilen mit nicht diphthongiertem î: sittenmal, quandoquidem, quoniam, siquidem. sittenmal dem also ist. sittenmal doch. Maaler 375ᵇ; sitten mol das disz gewonheit ist wider friiheit der kilchen. Keisersberg älteste schr. s. 9 Dacheux; mus derohalben bekennen, das der poet Ovidius als ein erfarner, sittemal er aus Rom seinem heimat in frembde ... land vertriben ward, recht geredt hab. Aventin werke 1, 300, 27; das kain geloube denselben zügen wer zehaben, besunder siddemmaul sy das alles nit usz waurhait dann allain usz ungunst ... gesaget hetten. Niclas v. Wyle transl. 226, 28 Keller (in der ausg. v. 1536 dafür: seytenmal, s. Wackernagel leseb. 1², 1045, 22).
4)
zur verwendung ist wenig zu bemerken.
a)
während die gewöhnliche form ausnahmslos als conjunction erscheint, wird die genitivische bildung ganz vereinzelt noch als adverb gesetzt: als wollen wir dir nicht verhalten, das wir dem sintmals weiter nach gedacht. Luther 1, 140ᵇ. als conj. kann sie zuweilen dasz zu sich nehmen:
und sintmals das es gott behagt
wer wolt vor sünd darwider seyn?
Tirolff Isaak u. Rebecca F 2ᵃ.
zumeist jedoch in der gewöhnlichen fügung, s. 3, h.
b)
zuweilen hat sintemal die wortstellung des hauptsatzes nach sich und nähert sich dadurch unserm denn (vergl. das mhd. wande, wan, das ebenfalls sowohl haupt- wie nebensätze einleitet): denn diese sind nicht truncken, wie jr wehnet, sintemal es ist die dritte stund am tage. ap. gesch. 2, 15; sintemal es ist ein einiger got, der da gerecht machet. Röm. 3, 30; sintemal das gesetz richtet nur zorn an. 4, 15; der man aber sol das heubt nicht bedecken, sintemal er ist gottes bilde und ehre. 1 Cor. 11, 7; sintemal wir wolten lieber nicht entkleidet, sondern uberkleidet werden. 2 Cor. 5, 4; sintemal wer von gott zu einem groschen gemünzt ist, der wird nimmermehr einen thaler gelten. Phil. lugd. 6, 2; sinthemal, wie ein alter lehrer sagt, gott der vatter hat nur einen sohn. Scheffler cherub. wandersm. s. 6 ndr. allerdings ist, bei der gröszeren freiheit der ältern sprache, diese wortstellung nicht unbedingt beweisend, denn sie findet sich auch in fällen, wo das ganze satzgefüge einen nebensatz verlangt: welcher, sintemal er ist der glantz seiner herrligkeit, ... und tregt alle ding mit seinem krefftigen wort, ... hat er sich gesetzt zu der rechten der maiestet. Ebr. 1, 3.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1211, Z. 48.

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Zitationshilfe
„sintemal“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sintemal>, abgerufen am 28.10.2021.

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