Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sirenenlied, n.

sirenenlied, n.
lied wie es sirenen singen, lockgesang. Campe ergänzungswb., häufig in freieren fügungen: wars nicht dieser (Spiegelberg), der mir (Moor) das sirenenlied trillerte (mich verlockte, räuber zu werden)? Schiller räuber schausp. 4, 5; die nacht war mir zu kalt, um ihm bei seinem galanten abenteuer zu folgen, aber am ende, ich wollte wetten, sah er weder eine kranke mama noch dergleichen, sondern die dame vom Pont des Arts hatte das alte sirenenlied nur auf andere weise gesungen. Hauff bettlerin 22;
indessen winckte mir ein nettes Venus-bild (eine buhlerin) ..
ha! dacht' ich, witz genug, du wilst nur weiter ziehn;
wer sicher leben will, hört nicht sirenen-lieder.
Günther 509;
die jugend gleicht der see, wo manch sirenen-lied,
und mancher wirbel-sturm uns von dem hafen zieht,
weil mehr cometen stehn, als Pharus-lichter stecken.
683;
ach gäbt ihr mir nur meinen glauben wieder,
den schöne heuchelei mir nahm,
die im gewand der wahrheit zu mîr kam!
ihr sangt mir nur sirenenlieder.
Seume ged. (1826) 134.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1234, Z. 56.

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simentsfeuer skorpfisch
Zitationshilfe
„sirenenlied“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sirenenlied>, abgerufen am 16.10.2021.

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