Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sittgelb, adj.

sittgelb, adj.
gelb wie die farbe, die aus den (unreifen Oken 3, 1744) beeren und der rinde des gemeinen wegdorns bereitet wird. Illiger bei Campe. unter den bezeichnungen der pflanze (rhamnus cathartica) findet sich keine, die zur erklärung des worts dienen könnte. verglichen werden darf vielleicht sitvarwe, crocus. quelle des 14. jahrh. in Hoffmanns fundgr. 1, 390ᵇ, sitvarbe: nim sit varbe, binde si und wenich goldes in ein tuche. quelle bei Schmeller² 2, 338. Lexer mhd. handwörterb. 2, 907 stellt das letztere zu seydvarb, crocus, voc. von 1482: allerley vögel gestossen, also gemacht und mit seydfarb abgesotten. kuchenmeist. (1530) C 3ᵃ, wonach das i lang sein müszte (gefärbt wie seide). sintvarwe, crocus Heinrici summar. 261 bei Hoffmann a. a. o., auf das Lexer a. a. o. verweist, läszt sich lautlich schwer damit verbinden. zu vergleichen ist weiter zitvarwe, cerula vel cerusa (cf. ceruleus, geel als das wachsz). Dief. 115ᶜ (13/14. jahrh.), cerusa. Schm.² 2, 1164 (10/11. jahrh.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 1258, Z. 43.

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Zitationshilfe
„sittgelb“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sittgelb>, abgerufen am 22.10.2021.

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