Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sitzfleisch, n.

sitzfleisch, n.
(vgl. sitzleder), fast nur in der formel: er hat kein sitzfleisch, er kann nicht ruhig sitzen, er hat keine ausdauer beim arbeiten oder in der durch diese wendung bestimmten bedeutung: er hat kein sitzefleisch, studiis vacare molestum est ei. Stieler 503; einem gut sitzfleisch gewachsen seyn, haver carne sedentaria, culo di piombo. Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 823ᵇ; er hat gar kein sitz-fleisch, non potest vitam sedentariam agere. Frisch 2, 282ᵃ; vgl. Hügel 150ᵃ; he hett neen sitt-fleesch, ist nicht zu sitzender arbeit aufgelegt. Dähnert 425ᵃ; auch von einem blosz unruhigen, der nicht still sitzen kann oder nirgends lange bleibt, sagt man: er hat kein sitzfleisch. ich hatte gaben und mein pferdgedächtnisz und sitzfleisch. J. Paul flegelj. 1, 68; das köpfel wär' nit so schlecht, ... aber sitzfleisch is kein's da. Anzengruber³ 2, 171;
wie tieff man hier und da des mannes schatten küsse,
der, weil ihm die natur viel sitze-fleisch gemacht,
den stuhl nicht frieren läszt vom morgen in die nacht,
mehr bücher drückt als kennt.
Günther 409;
auszerdem verweise ich auf den schmutzigen scherz Heines (3, 354 Elster).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1302, Z. 9.

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Zitationshilfe
„sitzfleisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sitzfleisch>, abgerufen am 17.10.2021.

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