Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sitzstatt, sitzstätte, f.

sitzstatt, sitzstätte, f.
mhd. wb. 2, 2, 602ᵃ. Lexer mhd. handwb. 2, 945; sitzstatt, le siege Hulsius dict. (1616) 299ᵃ; uns ist es ungebräuchlich, Campe kennt es nur aus älterer sprache. ort, wo man sitzt, vorrichtung zum sitzen, sitzgelegenheit: Xantus hies bald ein sitzstat und einen tisch bereiten zu dem gestad des meeres. Esop (1555) 15ᵃ;
wenn er denn hin zu einem tratt,
so fand er bey im kein sitzstatt.
Sachs 16, 405, 12 Keller-Götze;
(ein spieler) verueckt sein siczstat wider und fuer.
fabeln u. schwänke 1, s. 518, 23 neudruck.
ebenso im übertragenen sinne wohnsitz, vgl. auszer den oben angegebenen wörterbüchern Scherz-Oberlin 2, 1507. Lexer a. a. o. belegt sitzstatt, sitzende statt im sinne von podex, vgl. sitz 5, a. scherzhaft, aber in welchem sinne, in folgender stelle:
die leute klagen, dasz das brot gebacken wird so klein;
bey einer sitz-stadt musz die wahr in etwas zärter seyn.
Logau 2, 137, 96.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1304, Z. 28.

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Zitationshilfe
„sitzstätte“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sitzst%C3%A4tte>, abgerufen am 17.10.2021.

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