Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

skalp, m.

skalp, m.
schopf und kopfhaut des getöteten feindes, siegeszeichen der nordamerikanischen Indianer; aus dem englischen eingedrungen und durch die Indianergeschichten populär geworden (engl. scalp hängt zusammen mit nld. nd. schelpe, schulpe, schale, s. oben th. 8, sp. 2489). Campe führt im ergänzungswörterbuche skalp selbst nicht an, wol aber scalpiren; er lobt die von Musäus und J. Paul gebrauchte form skalpen, die sich indessen nicht eingebürgert hat: ich ersuche sie, lieber freund, um die erlaubnisz, dasz ich durch ihren arzt, den dr. Baldrian, nach ihrem selgen hinscheiden sie darf skalpen lassen. es ist mir dabey nicht um haut und schopf zu thun, wie den Irokösen, ... sondern nur um ihr cranium. Musäus phys. reisen 4, 70 (1788); ein skalpiermesser samt einem blonden skalp steckte als haarnadel in dem wirrwarr. Keller 7, 290; viel gebräuchlich ist skalplocke, f., scherzhaft von einem haarschopf, der zum zugreifen reizt. skalpieren in übertragung:
wohl ist ein waldbrand grimm und fürchterlich,
wenn er scalpirt der berge laubge stirnen.
Freiligrath 1, 173 (1886).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1306, Z. 38.

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Zitationshilfe
„skalp“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/skalp>, abgerufen am 26.10.2021.

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