Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sklavenband, n.

sklavenband, n.
band, fessel, wie sie sklaven angelegt werden, uneigentlich:
so hält mich Thoas hier, ein edler mann,
in ernsten heil'gen sklavenbanden fest.
Göthe 9, 4;
wenn ich die sklavenbande nicht zerreisze (meine sklavinnen nicht frei lasse),
so ist es nur, da die natur uns süszre
versagt.
Grillparzer 3 (1887), 181.
im anschlusz an sklave II, 2, mit dem gen. eines abstractums verbunden, das dem herrn des sklaven oder der fessel selbst vergleichbar ist:
wehe, wem des lebens schöner morgen
freude nicht und trunkne liebe schafft,
wem am sklavenbande bleicher sorgen
zum genusse kraft und muth erschlafft.
Hölderlin 1, 29 Köstlin.
auf ein abstractum als träger der fessel bezogen:
ein streitendes gestaltenheer,
die seinen sinn in sklavenbanden hielten
und ungesellig, rauh wie er,
mit tausend kräften auf ihn zielten,
— so stand die schöpfung vor dem wilden.
Schiller 6, 268.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1316, Z. 45.

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Zitationshilfe
„sklavenband“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sklavenband>, abgerufen am 24.10.2021.

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