Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sklavenfessel, f.

sklavenfessel, f.
fessel für sklaven. Campe: nachdem die gefangenen verhört waren, wurden ihnen nach asiatischem kriegsgebrauch die sklavenfesseln angelegt. Musäus volksm. 1, 84 Hempel; in ausgeführtem bilde:
die sklavenfessel klirrt in das eigenlob,
die uns (Deutschen) der Frank' einst (wehe dem mönch, der ihn
als grossen pries!) um hals und knöchel
schlang.
Voss 3 (1802), 29.
auch sonst zur bezeichnung der sklaverei, mag der sklave wirklich fesseln tragen oder nicht: es steht in deiner gewalt, ... die ehernen sklavenfesseln mit den holden banden der liebe zu vertauschen. Musäus volksm. 1, 111 Hempel; nur dreien gelang es aus dem haufen, durch die leichtigkeit ihrer füsze dem tode oder den sklavenfesseln zu entrinnen. 3, 69;
ich stamme
wie du von königlichem blut und musz erröthen,
dasz ich so lange sklavenfesseln trug.
Schiller Tur. 5, 2.
ebenso im sinne von sklave II, 2, harten zwang, druck zu bezeichnen. Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1317, Z. 46.

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Zitationshilfe
„sklavenfessel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sklavenfessel>, abgerufen am 23.10.2021.

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