Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

schmerle, f.

schmerle, f.
1)
name des fisches cobitis barbatula, im süden grundel, gründling; erst spät erscheinendes wort in leichter mannigfeltigkeit der form: fundulus smerl, smarle, merle, schmerlein, smerling Dief. 252ᵇ; tenellus, smerle, schmerling, schmyrrel 577ᶜ, vgl. auch oben schmerl 2; grundele item aliis nominibus vocatur smerlin, schmerlin, schmerling, steinschmerling, schmorle Gesner de piscib. 126; den namen will derselbe, vielleicht nicht richtig, von der schleimigen haut des fisches herleiten: schmerel, schmerling, smerling, schmerle. nomen hoc ei impositum a pinguedine conjicio: quod cute non quidem pingui sit, sed ita lubrica tanquam pingui vel lardo esset inuncta. 197; als kleiner, schmaler, sehr beweglicher fisch:
da gleiten schmerlen,
und blasen perlen.
Bürger 9ᵇ;
wo die schlanken schmerlen glitten
um des schiffermädchens kahn.
Kind 1, 300;
im vergleiche:
Ida schwimmt wie die schmerle.
Klopstock 10, 245;
im sprichworte: er sieht aus wie eine schmerle im scheffelsacke, dünn in weiter umhüllung; mit anderen fischen genannt und als leckere speise: wann die andern schmerlen kriegten, muste sie auf ihrem teller mit petersilge vor lieb nehmen. Chr. Weise erzn. 171 neudruck; hebe mir meine liebe einige schmerlen auf, dasz ich einige bissen finde. Göthe br. 5, 224;
hier sah man aal und welsz und auserlesne schmerlen,
und perszken, meine lust, und köstliche forellen.
A. Gryphius (1698) 2, 64;
gründling, ascher, barben, schmerlen.
Brockes 1, 308;
der herr will mit gewalt mein gast den abend sein:
du muszt geschwind die kanne schmerlen sieden.
Gellert 1, 286;
die schmerle birgt in unsrer hut
und die karpfenmutter ihre brut.
A. v. Droste - Hülshoff 39.
2)
schmerle, nebenform zu schmerl 1 (s. d.): die schmerle, falco aesalon Nemnich 2, 1563.
3)
schmerle, niederd. smerle, smerlink (Schiller-Lübben 4, 262ᵇ), die goldammer; sonst merle, vgl. theil 6, 2109.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1035, Z. 9.

smerl, smerle, smerling

smerl, smerle, smerling,
s. schmerl, m. oben th. 9, 1034 und schmerle, f. 1035. schmerling, smerling heiszt in der soldatensprache eine geschoszart. Horn soldatenspr. 45, eine vielleicht zu schmerl, m. 1 oben th. 9, 1039 gehörige bezeichnung. schmerle, smerle ist auch ein name des maszholders, acer campestre. Pritzel-Jessen 3ᵇ. vgl. merle, f. pflanzenname 2 oben th. 6, 2109.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1340, Z. 75.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
skoristerei sommertagstraum
Zitationshilfe
„smerl“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/smerl>, abgerufen am 24.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)