Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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schmirgel, m.

schmirgel, m.,
daneben schmergel.
1)
schmirgel, smirgel eine eisenhaltige steinart, bräunlicher oder bläulicher farbe, die in ganzen stücken oder gepulvert zum schleifen von metall, stein oder schneiden von glas gebraucht wird Jacobsson 4, 12ᵃ. 7, 254ᵇ. das wort ist aus ital. smeriglio (span. esmeril, franz. émeri, engl. emery, nach Dietz etym. wb.⁴ 296 von griech. σμύρις, σμίρις) entstanden und im 16. jahrh. bezeugt, vgl. Weigand⁴ 2, 604; schmirgel, den die glaser brauchend, adamas (diese glossierung erklärt sich dadurch, dasz auch der diamant zum glasschleifen und schneiden benutzt wird) Maaler 358ᵇ; schmiergel, ein stein, ameril, pierre, smeraldo Hulsius dict. (1616) 286ᵃ; schmergel, m. smiris, smyris, lapis quo vitrum finditur Corvinus fons lat. (1660) 611ᵃ. Schottel 1404. Stieler 1865; schmirgel, ein stein, smyrnis Steinbach 2, 466; schmergel Frisch 2, 207ᵇ; schmergel öcon. lex. (1744) 2613; schmergel, schmirgel Eggers kriegslex. 2, 827; smiris, schmergel, schmirgel Nemnich. Lessing (die stelle s. unten) schreibt smirgel. Adelung hat als stichwort schmergel, bemerkt aber, dasz im 'gemeinen leben' schmirgel gebraucht werde; ebenso setzt Campe schmergel als die schriftgemäsze form an, indessen ist schmirgel die durch den gebrauch besser bezeugte form, vgl. Scheuchenstuel 216. Karmarsch-Heeren³ 7, 773; im ndl. entspricht smergel: smerghel, lapis quo vitrum finditur, et gemmae expurgantur diffindunturque Kilian (hierzu die bemerkenswerte notiz: inferioribus autem Germanis frequentius ameril dicitur); ebenso dän. und schwed. smergel; (gesteine) die der wind poliert und abeckt .., als het sie Bezaleel an seinem schneidzeug, mit schmirgel und demant pulver abgezogen und auszgebutzt. Mathesius Sar. 33ᵃ; schmirgel oder schmirill ist ein harter stein wie ein demant, wird gebrauchet von den steinpolierern zu der polierung der edelgestein. sein krafft ist zu den flüssen desz zanfleisches, unnd die zän zu säubern, unnd auch das zanfleisch zu stärcken. Lonicerus kräuterb. 348ᵇ; aus galmey, kiselsteinen, krebsaugen, schmirgel und trippel ein pulver, weisze zähne damit zu machen. Simpl. 1, 383, 20 Kurz (dasz schmirgel unter das zahnpulver gemengt wurde, bezeugt auch Eggers kriegslex. 2, 827); indem das rad mit diamantpulver bestrichen, weit geschwinder und schärfer schneide, als mit smirgel. Lessing 8, 97; um smirgel hier für die allgemeine benennung des mittelkörpers bey dem ausschleifen zu brauchen. 102;
scheuern läszt der riese samstags
seine mohren diese mauer (aus stahl),
sie mit schmirgel reinlich putzen.
Immermann 12, 58 Boxberger.
ungarischer schmirgel als schreibstift: (weil wir) mit metallen, bley, silber und spissigen oder vermengeten wismut, und heut mit dem ungerischen schmirgel auf pergamen, papier, eselsheute, noch heutiges tages schreiben. Mathesius Sar. 103ᵇ.
2)
ein anderes, besonders in md. gegenden gebräuchliches schmirgel bezeichnet klebrige, schmutzige masse oder feuchtigkeit, vor allem wird so der schmutzige saft genannt, der in den tabakspfeifen sich ansetzt (pfeifen-, tabaksschmirgel); dieses schmirgel gehört zu schmieren (vgl. schmirgeln 2); daneben findet sich schmergel, und in einzelnen gegenden in gleicher bedeutung schmirchel Regel Ruhlaer mundart 264; schmärjel Jecht 96ᵇ, vgl. Albrecht 203ᵇ. Göpfert mundart d. sächsisch. Erzgeb. 46; schmorgel Schultze nordth. mundart 43ᵇ; schmirgel Weinhold 85ᵇ. Frommanns zeitschr. 3, 131 (henneb.); schmirgel, schmurgel Bernd 267; schmurgel bezeichnet hier auch eine schmutzige, unreinliche person, besonders in der küche: das mensch isz en rechter schmurgel. 269; in Preuszen heiszt schmirgel, schmergel, schmörgel auszer der tabaksjauche auch ein stück speck, das beim schmelzen in der bratpfanne zischt, ferner eine aus speck, mehl und wasser hergestellte sauce. Frischbier 2, 298ᵃ. in dem gewöhnlichen sinne auch auf nd. gebiete, smurgel Danneil 198ᵇ. Mi 82ᵃ.
3)
schmergel, terra tripolitana Steinbach 2, 462 (terra tripolitana, tripel, trippel, trippelerde ist ebenfalls ein mineral, das zum schleifen und polieren dient).
4)
schmirgel, eine kleine feldschlange Steinbach 2, 466: in bombardam, quam smiriglium vocant Ducange s. v., s. schmirl 1 am ende.
5)
schmirgel als pflanzenname, s. schmergel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1093, Z. 23.

smirgel, m.

smirgel, m.,
s. schmirgel oben theil 9, 1039. in der folgenden stelle wol als pflanzenname. vgl. schmergel 1 oben theil 9, 1034:
hier, wo auff smirgeln man die morgenröthe fand,
wo ein schön milchern weg schnee-weisz von liljen stand,
wo man sah veilgen stehn, bethaut mit perlenkräntzen.
Lohenstein in Hoffmannswaldaus und andrer Deutschen auserlesenen gedichten 1 (1697), 245.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1341, Z. 1.

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Zitationshilfe
„smirgel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/smirgel>, abgerufen am 18.10.2021.

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