Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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schmollis

schmollis,
studentischer zuruf beim trinken. die herkunft ist zweifelhaft; die entstehung aus sis mihi mollis ist wol mit recht abzuweisen; vermutet ist ein zusammenhang mit dem niederländ. smullen, schlemmen, prassen, schmul, gasterei Andresen volksetymologie⁴ 10; als schmolles aus dem jahre 1749 bezeugt Kluge stud.-sprache 122ᵇ; schmolles, ihr brüder! ebenda (von 1752); schmollis ist der zuruf an einen studenten, mit dem man brüderschaft trinken will; dieser antwortet fiducit. daher schmollieren (s. dieses), schmollisbruder, duzbruder. studentensprache in Halle 98; jetzt ruft der präses nach einem gesungenen liede: ein schmollis den sängern, diese antworten: fiducit. als neutr., ein schmollis trinken, machen, brüderschaft trinken, machen: nennen sie mich nur nicht immer du, das schickt sich gar nicht ohne vorhergegangenes schmollis. Gaudy erzähl. 88;
und sollte kein heller im beutel mehr bleiben,
herr bruder zur rechten, herr bruder zur linken,
wir wollen einander ein schmollis zutrinken.
Kindleben studentenlieder 38 neudruck;
bringt ihr zur lust, die aus dem becher winket,
wie sonst, nach einem frohen, freien geist? —
begreift ihr jetzt, warum man schmollis trinket,
und was das tiefe wort: fiduzit! heiszt?
ja, schmollis! dem ganzen menschengeschlecht,
und dann: fiducit. auf gott und recht!
E. v. Houwald (1859) 5, 601;
da flucht' ich den weibern und reichen halunken,
und mischte mir teufelskraut in den wein,
und hab' mit dem tode schmollis getrunken,
der sprach: fiduzit, ich heisze freund Hein!
H. Heine 1, 26 Elster.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1108, Z. 6.

smollis

smollis,
nebenform zu schmollis, vgl. dies oben theil 9, 1108:
durch winkelgassen,
wo tückisch nur die diebslaternen blinken,
mit wildem druck euch rohe hände fassen
und smollis wüstling euch und schwelger trinken.
Droste 1 (1879), 68.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1341, Z. 28.

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Zitationshilfe
„smollis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/smollis>, abgerufen am 23.10.2021.

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