Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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soff, m.

soff, m.,
handlung des saufens und gesoffenes, nebenform zu suff, s. d., und vgl. auch sauf, th. 8, 1875. das wort wird erst spät bezeugt: sorbicium, suff, sauffe, sufe, soff, supf, supp Diefenb. 543ᵃ; der soff, ein suff, potus, haustus, potatio Stieler 1686; soff, haustus, potatio, suff, idem Steinbach 2, 598; beide formen gehen auch in heutiger derber sprache noch nebeneinander.
1)
soff, die einmalige handlung des saufens, schluck oder zug: wir gedenken nicht ... wie graf Hug von Parisz, siben stroen Sachssenkerles mit wehr und harnisch inn eim soff zu verschlingen. Garg. (1590) 411; und sey der beste rath, dasz man einen wackern pommerischen soff in einem odem thue, so soll der schlucken wieder vergehen. rockenphilos. (1707) 4, cap. 1 (s. 244); wer nun einen starcken soff bier thut, der musz hiermit den odem auch lange an sich halten. ebenda; nun hätte ich nicht vermeinet, dasz der graf das glasz voll brantewein alle auf einmal aussaufen würde, allein er soffs der tebelhohlmer auf einen soff, ohne absetzen und barthwischen, reine aus. Schelmuffsky 17 (nachher auf einen schluck); soff wassers, haustus aquœ Hederich promptuar. lat. (1729) 2089; einen soff thun, auf einen soff, mit einem soffe austrinken Adelung. Campe;
Hans Huen. bring mir diss glass, ich dir eins wider.
Nickel Onegeldt. diss soltu haben in eim soff.
B. Krüger spiel v. d. bäwrischen richtern 331;
plur. söffe. wenn man ... in einem odem 3. schlücke oder söffe thut. rockenphil. (1662) 69.
2)
fortgesetztes saufen, als gewohnheit und laster: und ist unmüglich dasz ein solchs durch den soff uberladen gemüht so vollkommen verstandt als eines, das vom wein frey ist, haben solte. Kirchhof mil. disc. 229; wie er nun beim soffe, begab sichs ... die bösen priesterfeinde (Leipzig 1692) s. 186; derselbe war dem truncke ergeben. und daneben ein zotenreiszer. wie er nun einsten in beysein eines geistlichen unter dem soff grob schertzte, straffte ihn sein weib dessentwegen. P. Sperling Nicodemus quaerens 1 (1718), 1378; im soffe erstochen werden, ebrium necari. Steinbach 2, 598; dem soffe ergeben sein. Adelung; den soff lieben. Campe; im soffe vorwerfen. J. Paul biogr. belust. 1, 171; der spasz in Jeserich und der soff im kloster, und dasz sie nicht zur beichte gehen wollten, da hatte der böse schon quartier in ihrer seele. W. Alexis hosen des herrn v. Bredow (12. aufl.) 112;
wer gehirn und sinn mit so viel wind beschwehrt,
der musz, wie ieder leib, den frasz und soff verzehrt,
im stoltzen bauche schwulst, im schädel schwindsucht mercken.
Günther 519;
wenn der magen und der soff manchen in die federn graben.
867;
(beschönigend nennt man)
den soff: ein fremdes herz erforschen in dem wein;
die unzucht: recht galant beym frauenzimmer seyn.
Canitz gedichte (1727) 130;
von seiner höhren würde sank in wilder brunst
und tobendem soffe der mensch
herunter zum vieh.
Schubart ged. 1 (1787), 337;
wenn Bacchus euch, als seine sklaven, fodert
zum sof und zum Menadenscherz.
2, 82;
alles da lustiger, loser ging,
soff und spiel und mädels die menge.
Schiller 12, 25 (Wall. lager 6).
auch als collectiv gesöff, th. 4, 1, 4127.
3)
trunk in verächtlicher oder derber bezeichnung, vgl. dazu gesöff 2, a. a. o.: zuletzt aber ... deucht dem fürsten Rhadamantho rath sein, man solt ihn dem erfahrnen artzt Hippocrati hinthun, das derselbe jhm einen soff mit niesewurtz eingebe, und jhn also wieder zu recht brechte. Rollenhagen ind. reis. (1603) s. 115; eure brüder helffen euch gleichwohl zu manchem guten soffe. causenmacher 15; durch guten frasz und soff zu stärken und zu festigen. Hippel lebensl. 2, 193; ein elender, ein guter soff. Adelung; jetzt erblicke ich dich .. im begriff den schlechtesten soff hinunterzuschlucken, welchem kein prosit zu rufen ist. Göthe an Zelter 355;
es ist nur des pöfels brauch,
da man brüderschaft musz kaufen
um das, was nur füllt den bauch,
die denn kaum so lange steht,
bis der soff vom leibe geht.
Fleming 1, 341, 222 Lappenberg;
mein seel', was ich getrunken hab,
das war wohl eitel kunstwein!
ei, heb die hand beteuernd nicht,
dasz dieser soff natur ist.
Anzengruber 5³, 324.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1402, Z. 73.

sohof

sohof,
das gold (gaunersprache) Avé-Lallemant gaunerth. 4, 609.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1425, Z. 43.

suff2, n., (m.?)

²suff, n. (m.?),
1) dicke brühe, suppe: qui in stomacho de diversis malis cibis gravitatem ... habet, accipiat soff, quod absque oleribus et absque aliis herbis coctum est S. Hildegard physica (12. jh.) bei Migne patrologiae II 197 (1855) 1174; sed qui in visceribus dolet, fabam in aqua coquat, modico sagimine aut oleo addito, et separata faba, soff (hg. 'jus') ejus calidum sorbeat, haec saepe faciat, et eum interius sanat ebda 1132; sorbicium suff, sauffe, sufe (voc. lat.-germ., 15. jh., md.) Diefenbach 543ᵃ; soff (voc. ex quo, 15. jh., md.; in anderen glossaren wiedergegeben mit supf, supp, suppen) ebda; mit unorganisch angewachsenem t: (von unreifen trauben) macht man ein sufft oder salszen (sosze), heiszt agrest Fries spieg. d. artznei (1518) 38ᵃ. das gleiche wort liegt ahd. als erster bestandteil von zusammensetzungen vor: sorbiciuncula sofmelo ahd. gll. 3, 617, 44 Steinm.-Siev.; sorbitiunculas sofmuas 1, 292, 75; sufmuosi, sufmuosili 1, 419, 16; mit langem vokal sûfmuosili 14. vgl. auch suffenmächer. nicht zu entscheiden ist, ob ²suff, soff zu germ. suf- in suffel (s. u.) oder zu germ. sūp-, sup- gehört, also mit ¹suff letzthin identisch ist (zur bedeutung vgl. oben teil 8, 1878 und Wissmann nom. postverb. 1, 185). 2) mit wahrscheinlichkeit geht auf sup- zurück: sof, n., 'würze, condimento, concia' Schmeller cimbr. 172ᵇ; 'würze, fett' Bacher lusern. 387; 'fette mit ausnahme der butter, bes. schweinefett' Zingerle lusern. wb. 52, das mit dem dazugehörigen vb. soffen 'würzen' und ahd. soffōn, sofōn 'würzen' zu got. supon 'salzen, würzen' zu stellen ist.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1000, Z. 18.

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Zitationshilfe
„soff“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/soff>, abgerufen am 26.10.2021.

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