Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sogethan, adj.

sogethan, adj.
so beschaffen, solch; zusammenrückung aus so gethan, mhd. sôgetân seit dem 13. jahrh., auch sog-, soch-, socktân, und mit ausfall des ge: sôtân, sutten, mitteld. sôdân. Lexer hwb. 2, 1050. Weinhold mhd. gr.² s. 549. Scherz-Oberlin 1516, bair. auch satan, sotter. Schm. 1, 606; mnd. sodân, sodanen, soden, und mit weiterbildung sodanich Schiller-Lübben 4, 283, auch sogedân (?): der Romere sede was sogedan. deutsche chron. 2, 80, 36; dit werk was gemaket van sogedaner meisterscap. 81, 19 (van suschedanen tekenen 191, 29); (wir) reden unde loven in kraft dieses sulven breves sodanne gelöffde, huldunge und eyde dem genanten unsern gnedigen, lieben herren. Spittendorff 222, 13;
dat von sodanen luden gescreven si.
Eberhard reimchr. v. Gandersh. 360;
mnl. soghedaen, holl. zoodanig, vgl. Franck 1215; altfries. sa den, so deen. gewöhnl. alsa den. Richthofen 999ᵇ. aus dem nd. auch in die nordischen sprachen eingedrungen: dän. saadan, schwed. saͦdan, neuisl. sooddan. Cleasby-Vigfusson 613ᵃ. — in der nhd. schriftsprache ist sogethan nur bis ins 16. jahrh. üblich: ob der soldener einer oder mer sogtan krieg oder veintschaft het. d. städtechron. 1, 171, 24 (söldnerordn. v. 1356); welhes zil sie eime sogetonen menschen benennent. 9, 997, 43 (Straszb. münzvertr. v. 1393); davor pi 3 oder pi 2 jaren oder py ainer so getannen zit. 4, 99, 2; nun gab der raut dem marschalk ain sogetan antwurt und sprachen. 103, 33; ob sollicher kauf nit geschehen sei etlichen steten oder personen, als gaistlichen, kirchen, rittern, edlen, mächtigen, aigenleuten oder sogetanen personen. tirol. weisth. 1, 8, 1; und sullent daʒ tun alle läut gemainleich pei sogetaner pen, als man in danne auf setzet. 4, 192, 24; in sogetanem küniglichem fried und friedpot. Aventin chr. 2, 579, 17; über sogetane schuld und haischung. 580, 28. länger hielt sich sothan, das besonders behandelt ist.seitdem nur nur noch mundartlich: bair. sogetân, sogtan, so'tan, sottan, sotten, sötten, söttel, sötter, séttl, séttə ̃ Schm. 1, 606; sottə ̃, séttə ̃, sétlə, ə ̃ séttənəᶜ 2, 205; séchten, söchten, ə ̃ séttəᶜ 219; österr. soda als adv. (maͦch's a soda) Castelli 256, als adj. dafür söltana, -i, -as (eig. solch-tan) 257, vgl. Schm. 2, 205; ebenso kärnt. als adj. masc. sötander, söta, sötta ̃, fem. sötana, sötna, neutr. söta, pl. sötana, söta, söchtane. Lexer 76, adv. souda 234; cimbr. söttan, sötten, asotten, cosi fatto, tale. cimbr. wb. 234ᵃ; thür. side, und sidch (= sothanig). Hertel sprachsch. 229; nd. sodanig auf solche weise. Mi 83ᵇ, sodanig, sodannig solch, so sehr, dermaszen. Stürenb. 247ᵇ f.; sodân, -dane, -danne, -dan, sodanig, -dannig, sodânlik, -danelk, -dannelk. ten Doornkaat Koolman 3, 253. Hunz. 243 kennt sótane nur aus dem ältern kanzleistile.dazu: qualitas .... sogetanheit, sotonikeit. Dief. gloss. 477ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1407, Z. 4.

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Zitationshilfe
„sogethan“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sogethan>, abgerufen am 27.10.2021.

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