Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sohlig, söhlig, adj.

sohlig, söhlig, adj.:
1)
sohlig sohle habend, nur in zusammensetzungen wie dick-, doppel-, breitsohlig u. a.
2)
in der sprache des bergbaus, der geologie und naturwissenschaft überhaupt, der markscheider, horizontal (gegensatz: seiger). Adelung. Eggers 2, 919; in diesem sinne meist mit umlaut, söhlig Veith 453: sohlig hauen, die sohle weghauen oder vom ort wegnehmen, wenn in einem stollen eine strecke getrieben wird und man bis auf den grund kommt. Jacobsson 4, 183ᵃ; ebene, gleiche oder söhlige flötze, die mit dem horizont parallel liegen. 1, 763ᵃ (flötz 5); sohliger bruch 'an einer treibkunst die kleinen 7 bis 8 zoll dick liegenden schwingen, welche wagerecht sowol am kehrrade, als auch am korbe des göpels befestiget sind, und dazu dienen, dasz die last vom korbe nicht an einem krummen zapfen allein hangen möge.' Campe. belege: als folge des einflusses, den ein gehobenes bergsystem auf die oberfläche ganzer landstrecken, auf den söhligen boden der anliegenden ebene ausgeübt hat. Al. v. Humboldt ges. w. 1, 37; man kann sie (die flügel- und armschnecken) zunächst in söhlige und senkrechte eintheilen. Oken 5, 512; die nachtfalter oder motten tragen die flügel gewöhnlich söhlig oder dachförmig. 1088; seine (des nachtfalters) vorderflügel liegen söhlig. 1133; damit das wasser eines schifffahrtscanals keine, oder wenigstens nur eine höchst unbedeutende strömung annehme, ist es nöthig, diese canäle möglichst söhlig zu führen, oder sie wenigstens aus söhligen abtheilungen bestehen zu lassen, welche, mittels sogenannter schleusen ... mit einander in verbindung zu setzen sind. Weisbach lehrb. der ingenieur- und maschinenmechanik 3, 705, gewöhnlich führt man die teichgerinne söhlig durch den teichdamm.² 3, 2, 614 (vgl. sohle 5, o). — dazu söhligkeit, f.: die horizontalität (söhligkeit) der llanos ist so vollkommen, dasz in vielen teilen derselben in mehr als 30 quadratmeilen ... kein teil 1 fusz ... höher als der andere zu liegen scheint. Al. v. Humboldt ges. werke 11, 24; bei dieser groszen söhligkeit des alten seebodens sind die bänke um so auffallender. 25; die vollkommne söligkeit dieser hochebenen läszt auf einen langen aufenthalt stehender wasser schlieszen. ders. im morgenbl. 1838, s. 738.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1418, Z. 16.

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Zitationshilfe
„sohlig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sohlig>, abgerufen am 20.10.2021.

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