Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

soldateska, f.

soldateska, f.,
ursprünglich als collectivum ohne jeden nebensinn gebraucht: zu unterhalt der soldatesca. Micrälius altes Pommerland (1640) 2, 185; hat zwar von uhralten zeiten hero die wiennerische soldatesca ihr grosze wacht gehabt mitten in der statt. Abraham a S. Clara reimb dich 100 (1693). durchaus als fremdwort bei Eggers kriegslex. 2, 921: soldatesque, kriegsvolk. Campe im ergänzungswörterbuche sagt noch nichts über den üblen klang, den das wort im gebrauche allmählich annimmt; heute wird es nur noch mit einem schlechten nebensinne verwandt: zügellose soldatesca. Schiller 8, 337; rohe, verthierte soldatesca (sehr beliebt zur zeit der demokratischen bewegung); oder auch spöttisch: die gewaltige soldatesca eines reichsstädtchens. die einbeinige soldateska wirft in jhre stoszgebete flüche als pfeffer und sakramentiert entsetzlich. J. Paul Siebenk. 1, 106; die vexier-soldateska kleiner reichsstände. 2, 131. in der alten neutralen bedeutung:
was aber soll mit all der soldateska!
wir sind im rückstand mit zwölf monat sold.
Grillparzer 8, 32.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1444, Z. 39.

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Zitationshilfe
„soldateska“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/soldateska>, abgerufen am 20.10.2021.

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