Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sommergerste, f.

sommergerste, f.
gerste, die im frühjahr gesät und im selben jahr geerntet wird. Adelung, besonders hordeum distichon. Nemnich 2, 175. Oken 3, 388. Frischbier 2, 344ᵇ, grosze, zweyzeilige sommergerste. Adelung. Nemnich a. a. o. auch hordeum vulgare, kleine, vierzeilige sommergerste. Adelung. Nemnich 2, 176. vgl. wintergerste: die sommergersten musz 8. oder 14. tage vor ostern oder 3. tag nach der marterwoche gesäet werden. Coler hausb. (1680) öcon. 1, 127ᵃ; wann im frühlinge die winter-feuchtigkeit sich aus dem felde verliehret, (welches aufs längste um alt Philippi Jacobi geschihet;) und trockene zeit anfähet, wird die sommer-gerste gesäet. Hohberg 3, 2, 6ᵃ; zu der sommer-gerste gehöret gut feld, darauf voriges jahr die rüb-saat, winter-gerste, waitzen, und guter roggen oder korn gestanden. 24ᵃ; den nutz und verbrauch der sommergerste betreffend, so dienet sie vornehmlich: (1.) zum brauen .. (2.) in mangel des roggens brauchet man auch die gerste mit zur brod-kost. 24ᵃ,ᵇ; winter - gerste wird sparsamer als die sommergerste gebauet, weil sie zum wasser-färben und bier-brauen nicht so tauglich als diese ist. öcon. lex. (1744) 921; vetter, ihr müsset morgen eure sommergerste in den holzschlägeläckern schneiden, sie ist überzeitig und fällt sonst ganz um. Auerbach dorfgesch. 2, 89. dazu sommergerstenkorn, n.: (3.) wird aus den besten sommergersten-körnern auch noch grauppen und grütze zu guter hausz - speise zubereitet. Hohberg 3, 2, 25ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1529, Z. 30.

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Zitationshilfe
„sommergerste“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sommergerste>, abgerufen am 17.10.2021.

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