Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sommerkleid, n.

sommerkleid, n.
kleid, wie man es im sommer trägt, kleid für den sommer, mhd. sumerkleit. Lexer mhd. handwb. 2, 1298, sommerkleid, theristrum. Comenius sprachenth. übers. v. Docemius 514. Corvinus fons latinit. 1 (1660), 21ᵃ. Dentzlfr 2, 266ᵃ, vestis aestiva, tenuis, linea. Stieler 979, vestito leggiero per l'està. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 836ᵃ, vestis aestiva (weiber-sommer-kleid, theristrum). Frisch 2, 286ᵃ. Adelung. vgl. mnd. samerkleit. Schiller-Lübben 4, 290ᵃ:
sie (die herren) legten an sich sumercleit
und riten zuo den ouwen.
Heinrich v. Neustadt Apoll. 4167;
unter andern war ein kerle bey tische, der noch einen fuchspeltz von winters her am leibe hatte, und meinten die andern alle, er möchte gern ein sommerkleid angezogen haben, wenn er eines gehabt hätte. Weise erzn. 61 neudr.; der peltz were in der erbschafft mit gewesen, diesen trüge er nur, dasz er kein geld an ein sommer-kleid wenden dürffte. 62; Malchen und Lieschen (auf der entgegengesetzten seite, erstere im lichtblauen sommerkleide, einen strohhut auf dem haupte, läuft fröhlich voraus). Raimund 2 (1891), 215 Glossy-Sauer; sie trug ein weisz und grün gestreiftes sommerkleid. Keller 6 (1899), 147. von gewaffneten kämpfern sagt der mittelalterliche dichter:
jâ riuwent sie mich leider,
ir harnach was niwan sumercleider.
Rabenschlacht 413,
hielt vor ihren schwertschlägen so wenig stand wie sommerkleider. gleichfalls im engen anschlusz an die eigentliche bedeutung rein bildlich in folgender stelle: freilich dachte sie im 16 ten jahr, sie verbleibe durch das ganze leben 16 jahre alt, die sommerhäuser und sommerkleider der jugend würden nie kalt und überschneiet. J. Paul jubelsen. 107. gern in älterer dichterischer sprache auf die sommerliche natur bezogen:
des meigen vriunt, der grüene wase,
der hæte ûʒ bluomen ane geleit
sô wünneclîchiu sumerkleit,
daʒ si den lieben gesten
in ir ougen widerglesten.
Gottfried Trist. 564,
ouch die heid hât an geleit
ir wunneclîcheʒ sumercleit.
Ulrich v. Lichtenstein 63, 16;
sô gar diu heid ir sumerkleit
hât an, sôn ist si niht sô lieht, ...
als dâ gezimirt manger was.
69, 12.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1537, Z. 4.

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Zitationshilfe
„sommerkleid“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sommerkleid>, abgerufen am 27.10.2021.

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