Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sommernachtstraum, m.

sommernachtstraum, m.,
wol zuerst als übertragung des titels von Shakespeares midsommer nights dreame, so im 1. bande (1775) von Eschenburgs Shakespeare-übersetzung (bei Wieland: st. Johannis nachts-traum), ebenso bei Schlegel bd. 1 (1797), allgemein angenommen, gleich der englischen bezeichnung die stimmung des stücks kennzeichnend, obgleich die bestimmte beziehung auf die mittsommernacht fehlt (vgl. sommernacht), die die germanische volksphantasie mit besonderem zauber umkleidet. bei Campe sommernachttraum: der sommernachttraum, ein lustspiel von Shakspeare. Campe erklärt das wort: der traum in einer sommernacht, ein angenehmer süszer traum, und giebt für die allgemeinere anwendung folgenden beleg:
das gemälde
schien wie ein sommernachttraum.
Sonnenberg.
ähnlich, mit bezug auf traumhaftes sinnen in einer sommernacht: auch schien der einsame nachtschwärmer unten am brunnen weit weg von dieser beklommenen enge in irgend einem zaubergarten zu weilen ... ein geruch von frischem leder, pechdraht und firnissen drang in seinen winkel hinaus und hätte, im verein mit jenen groben naturlauten (schnarchen), jedem andern das verharren in diesem sommernachtstraum verleidet. Heyse kinder d. welt 1 (1890), 4.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1552, Z. 20.

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Zitationshilfe
„sommernachtstraum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sommernachtstraum>, abgerufen am 24.10.2021.

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