Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sommersonne, f.

sommersonne, f.
die sonne im sommer. Campe, in älterer sprache sumersunne, alter druck des jüng. Titurel (1477) bei Lexer mhd. handwb. 2, 1300:
einst wie dir (der libelle) wird deinen kleinen
auch die sommersonne scheinen.
Herder 29, 109 Suphan;
und als ich kam nach Invernesz,
die liebe sommersonne sank.
Freiligrath 2 (1886), 219;
als der sommersonne gluten
noch auf den gefilden ruhten.
Leuthold ged.⁴ 45;
all dergleichen sorge sieht beim herbstregen zwiefach drohend aus, und man ist um so mehr geneigt, nun das ende aller dinge nahe zu glauben, je länger und ungetrübter die sommersonne uns in sorglosigkeit gewiegt hat. Heyse kinder d. welt 1 (1890), 233. im vergleich:
ja dieser jüngling, wollt' ich sagen,
ist heimlich nun herangeschlichen, plötzlich,
unangekündigt, wie die sommersonne,
will sie ein nächtlich liebesfest belauschen.
H. v. Kleist fam. Schroffenst. 2, 1.
in älterer genetivform oder pluralisch mit bezug auf die einzelnen tage, wo sie scheint:
bald wird vom strahl der sommersonnen
diesz korn zum brod bereitet sein.
Kinkel abendmahl d. schöpfung 4.
bildlich: kein künstler kann von so festem gletschereis sein dass er bey blicken von sommersonnen nicht schmelzen sollte. Heinse Ardingh. 2, 82.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1556, Z. 68.

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Zitationshilfe
„sommersonne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sommersonne>, abgerufen am 26.10.2021.

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