Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sommersprosse, f.

sommersprosse, f.,
dasselbe wie sommerfleck. Adelung, sommersprossen, plur. öcon. lex. (1744) 2734. Frisch 2, 286ᵃ. Jablonlki lex. (1727) 727ᵃ, von Frisch als in Sachsen üblich bezeichnet, von Adelung als ausdruck des gemeinen lebens, heute allgemein, häufiger als sommerfleck, das man noch jetzt als gewählter empfinden kann, entsprechend nd. sommersprotten, plur. Mi 83ᵇ, schon mnd. sprote, sprute, sprotele, sprutele in gleichem sinne. Schiller-Lübben 4, 348ᵃ, als (im sommer) aufsprieszender hautfleck leicht erklärlich, vgl. sprosse, f. unten. daneben nd. sömmerspotte. ten Doornkaat Koolman 3, 257ᵃ, das 286ᵃ mit engl. spot, fleck zusammengestellt wird. etymologische verwandtschaft mit sommersprosse erscheint nach Noreen urgerm. lautlehre 219 nicht ausgeschlossen: meine frau hat ein besondres geheimnisz, froschleichwasser zu machen, welches zu einer reinen haut, und wider die sommersprossen hilft. Rabener 3 (1777), 49; die sommersprosse aus dem schönen gesichte eines landmädchens ist sehr natürlich; aber dieses natürlichen ungeachtet, wünsche ich die sommersprosse doch lieber weg. Lessing 12, 85; derselbe war ein kleiner bursche mit kleinen regelmäszigen gesichtszügen, mit zierlichen sommersprossen ganz bedeckt. Keller 1 (1899), 143;
ein schläfrig auge, das bey dir (dem geliebten)
zuerst sich aufgeschlossen,
gab die natur zur mitgift mir,
und tausend sommersprossen
statt eines grübchens in dem kinn.
Göckingk lieder zweier liebenden (1779) 42.
bildlich: er sah der schönen gestalt des geliebten diese sommersprossen und hitzblattern des reiselebens nach. J. Paul flegelj. 1, 136. sommersprossen heiszt eine zu den flügelschnecken gehörige grau und schwarz gefleckte schneckenart der tropischen meere, der frosch, strombus lentiginosus. Nemnich 2, 1386. Oken 5, 493. dazu die folgenden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1557, Z. 56.

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Zitationshilfe
„sommersprosse“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sommersprosse>, abgerufen am 22.10.2021.

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