Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sommerstube, f.

sommerstube, f.
stube, worin man sich im sommer aufhält, wohnt, etwa weil sie kühl ist. Campe, stanza per starvi di està. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 836ᵃ, aestivum domus (?). Stieler 2216, schon bei Comenius sprachenthür übers. v. Docemius (1557) teutscher index verzeichnet, auch von gröszeren saalartigen räumen. vgl. sommerhaus 2, sommerlaube 1: dieser abt hat, im vierzehnten jare seiner regierung, die schönen gemähld in der sommer stuben, refectorium genannt, angefangen. Jacob Frischlin bei Lessing 9, 237; auf meiner sommerstube sollte es ihnen gewisz nicht miszfallen. Lessing 12, 133; Vosz bezog seine schöne sommerstube oben im hause. Ernestine Vosz bei Sauer der Göttinger dichterbund 1, civ; die gegen morgen belegenen fenster des oberen stockwerks schienen in ihrer zusammenstellung anzudeuten, dasz sich dort, wie in den meisten derzeitigen landsitzen des adels, zunächst der stiege die kleinere winter- und daran in gleicher lage die geräumige sommerstube oder, wie man gern zu sagen pflegte, der rittersaal befunden hatte. Storm ges. schr. 13 (1882), 5;
wo find ich aber nun mein allerliebstes wieder,
verräth mir gar kein grasz das lager ihrer glieder?
ich spüre keinen schritt, die sommer-stub ist leer,
wie traurig scheinst du mir du nicht mehr schöner garten!
Günther 186.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1559, Z. 20.

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Zitationshilfe
„sommerstube“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sommerstube>, abgerufen am 24.10.2021.

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