Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonderung, f.

sonderung, f.,
der bedeutung des verb. sondern (s. d.) folgend und daher an der einschränkung seines gebrauchs theilnehmend; umgelautete formen: es war grosze sündrung diser zeit in der christenhait. Aventinus bair. chron. 1, 1101, 29; sönderung, separatio. Dentzler 2, 266ᵇ; diese sönderung der ansichten der lehrgegenstände. Pestalozzi 8, 326 (1822). ahd. suntrunga Graff 6, 53; mhd. sunderunge mhd. wb. 2, 2, 743ᵇ. Lexer mhd. handwb. 2, 1312; sonderung, disjunctio, separatio. Stieler 304. vgl. Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 837ᶜ. Frisch 2, 286ᵇ; ob er gleich nicht hat eine äuszerliche sonderung mit inen gemacht als mit den juden und Isaacs same. Luther 16, 341, 32 Weim. ausg.; der gerechte richter wird sonderung thun, unnd die schaff, das ist die christgleubigen, allein zu der rechten stellen. Schaller theol. herold (1604) 250; es währte indessen nicht lange, als schon eine sonderung vorging. die frauen zogen sich auf ihren flügel zurück. Göthe 17, 110; der mensch, indem er spricht, musz für den augenblick einseitig werden, es gibt keine mittheilung, keine lehre, ohne sonderung. 26, 109; ach warum diese sonderung von dir? Fr. Müller 1, 352; jede trennung zu meiden und keine sonderung zu leiden. Rückert 11, 365.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1586, Z. 54.

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Zitationshilfe
„sonderung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonderung>, abgerufen am 25.10.2021.

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