Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sondieren, verb.

sondieren, verb.
mit der sonde (s. dieses) untersuchen, franz. sonder (aus subundare, vgl. Diez et. wb.⁴ 299). schon früh übertragen: anschläge groszer herren sondiren. Apini gloss. (1728) 500. Klein prov. wb. 2, 157; nd. sundêren ten Doornkaat Koolman 3, 365ᵇ; diese übertragne bedeutung geht von dem untersuchen der wassertiefe und des grundes aus (s. oben sonde). sondiren, 'beim stackbau die tiefe und den hauptstrom eines flusses ergründen.' Jacobsson 7, 368ᵇ; ebenda: eine wunde sondiren; kanonen sondiren, die seele auf fehler untersuchen. sondiere daneben, was meine mitbürger von meinem schlaraffenleben und meinem liebesroman halten. Schiller Fiesko 1, 9; zu Mainz (wo ich im engsten vertrauen hinzugehen sondirt worden). Merck briefs. 425 (1835); bis sie ... sondieren liesz, ob er denn nicht entzückt gewesen sey, seine vortrefflichen gedichte so vortrefflich vortragen zu hören. Göthe 17, 250; 'der meister Jacob', sondirte Jürgen weiter, 'ist wahrscheinlich reich'. Hebbel 9, 129 (1891).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1587, Z. 16.

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Zitationshilfe
„sondieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sondieren>, abgerufen am 25.10.2021.

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