Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sonnenglut, f.

sonnenglut, f.
glut, starke hitze der sonne. Campe:
wenn auf der sanfft-beweg'ten flut
die stralen von der sonnen-gluth,
wie tausend kleine sonnen, glimmen.
Brockes 1, 24;
ein birnbaum ...,
der, an der rasenbank im garten, ... stund,
den schattensitz vor sonnengluth zu decken.
Wieland 22, 281 (Oberon 6, 61).
oft überwiegt die vorstellung des blendenden sonnenlichtes:
der vogel färbt die flügel,
und schwimmt in sonnenglut.
Schubart bei Sauer stürmer und dränger 3, 330;
mir nicht sonnenstrahlen,
sondern sonnengluth,
mir nicht thaues schalen,
sondern meeres fluth!
Rückert (1882) 1, 478 (liebesfr. 3, 60);
und seine (des Atlas) felsenkanten
von sonnengluth erhellt.
Freiligrath⁵ 1, 223.
übertragen:
da fliegt der leuchtende funke gottes,
der sonnenwurm! ...
wer warst du, dasz die schaffende hand
dich so hat angeglüht
mit sonnenglanz! mit sonnenglut!
Herder 29, 365 Suphan;
du bist so heisz, o blut!
was sprudelst du in dieser irdnen schale?
hast du noch gluth, noch sonnengluth?
Schubart 2, 78 (aderlässe).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1650, Z. 45.

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Zitationshilfe
„sonnenglut“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sonnenglut>, abgerufen am 19.10.2021.

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